wir sind ganz normal

Ich bin ein Emo, aber ungefährlich!

Foto: Paust

Bergedorf. Ich bin dunkel gekleidet, gepierct und trage klappernde Gürtel, Ketten und Halsbänder. Viele, vor allem ältere Menschen, schauen mich auf der Straße ängstlich an. Glauben Sie, dass ich gefährlich bin? Und wissen Sie eigentlich, was unser Emostyle bedeutet?

Emo bezeichnet ursprünglich ein Genre des Hardcore-Punk und bedeutet das stärkere Betonen von Gefühlen wie Verzweiflung und Trauer. Es zeichnet sich außerdem durch die Beschäftigung mit gesellschaftlichen, politischen und zwischenmenschlichen Themen aus.

Anders als Gothics tragen wir Emos meist unterschiedliche Farben und ein Palituch (ein arabisches Halstuch). Wir haben einen schrägen Pony, manchmal eine bunte Strähne im Haar. Außerdem tragen wir meist auffällige Sticker und Motive auf unserer Kleidung und unseren Taschen, wie zum Beispiel einen Totenkopfteddy oder die dunkle Version von „Hello Kitty“.

Wir Emos sind Personen, die ihren Style je nach Stimmung stolz tragen und unsere Musik hören. Ich persönlich mag keine anderen Emos, denn sie halten sich meist für etwas Besseres, viele schauen mich arrogant an. Es gibt jedoch auch sogenannte „Mode-Emos“, die den Style einfach nur mögen und kurzzeitig tragen.

Weil wir anders aussehen als andere Menschen und mit unserer unfröhlichen, dunklen Art meist unterbewusst als Symbol von Bedrohung wahrgenommen werden, dissen (diskriminieren) uns andere Leute oft. Wenn ich durch die Straßen gehe, wird mir oft „Emo“ zugerufen. Manche Leute fassen mich sogar an oder verfolgen mich lauthals. In diesen Momenten fühle ich mich oft allein gelassen, denn niemand hilft mir.

Ein Vorurteil ist, dass sich alle Emos „ritzen“ (dem eigenen Körper Schnittwunden zuführen), um durch körperlichen Schmerz vom seelischen Schmerzen abzulenken. Aber das machen nicht alle Emos. Dieses Problem haben übrigens auch andere Jugendliche.

Wir Emos sind nicht die einzige Subkultur. Es gibt noch viele andere. Wir sind die Konkurrenten der Punks, weil wir eine leichtere Version des Punkstyles tragen und somit ihren Style kopiert und in Softpunk umgewandelt haben. Eine andere Subkultur sind die Hip-Hopper. Sie tragen weite Kleidung, hören Hip-Hop Musik und meist noch eine schiefe Basecap. Dann gibt es noch die Skinheads, die sich häufig wie Neonazis kleiden und auch so benehmen. Dies sind nur einige der vielen Subkulturen.

Und, haben Sie immer noch Angst? Keine Panik. Sie ist unbegründet. Emos sind keine Gefahr, denn sie sind auch nur Menschen.