Nur 26 von 50 Jugendlichen sind zufrieden

Taschengeld regiert unsere Welt

Foto: BGZ / GSB / GSB

Bergedorf. Kino, Eis essen oder mal einen Döner – dafür reicht das Taschengeld der meisten Jugendlichen. Einige müssen jedoch sehr viel selbst finanzieren, wie zum Beispiel die Winterjacke, Schulsachen und die Bus-Fahrkarte.

Taschengeld ist ein heiß diskutiertes Thema in vielen Familien. Es ist aber wichtig, damit Kinder und Jugendliche lernen zu rechnen und mit Geld umzugehen. Am besten man fängt mit einem kleinen Betrag an, wenn das Kind zu rechnen beginnt. Wichtig ist, dass es regelmäßig ausgezahlt wird.

Wir wollten wissen, wie zufrieden Jugendliche mit der Höhe ihres Taschengeldes sind.

26 von 50 befragten Jugendlichen in Bergedorf sind zufrieden. Bei 20 von ihnen bezahlen die Eltern größere Dinge. Die restlichen sechs müssen jedoch alles selber bezahlen. Von den 24, die gern mehr Taschengeld hätten, müssen sechs alles selber finanzieren. Mädchen geben ihr Taschengeld am liebsten für Kosmetik, Schmuck, Zeitschriften und Klamotten aus. Jungs hingegen bezahlen davon elektronische Sachen wie Spielkonsolen-Zubehör, ihr Handy und anderen Schnickschnack. Bei Jungs und Mädchen auch sehr beliebt, in diesem Alter aber verboten, sind Tabakwaren.

Hier einige Aussagen der befragten Bergedorfer Jugendlichen. Felix (15) sagt: „Ich bekomme im Monat 80 Euro und bin sehr zufrieden damit. Allerdings bleiben höchstens 15 Euro für Freizeitbeschäftigungen, weil ich vom Taschengeld Schulsachen, die Fahrkarte und Klamotten selbst bezahlen muss.“ Melina (14) meint: „Ich bekomme im Monat 30 Euro. Das reicht mir, da meine Eltern die meisten Dinge bezahlen. Ich muss von meinem Taschengeld nur mein eigenes Vergnügen finanzieren.“ Sarah (16) sagt: „Die 75 Euro, die ich im Monat an Taschengeld bekomme, sind nicht so viel, wie es sich anhört, da ich allein für eine Winterjacke schon um die 90 Euro ausgeben muss.“ Pierre (14) meint: „Ich bekomme monatlich 20 Euro. Das ist nicht viel, auch wenn meine Eltern mir das meiste bezahlen. Ich mache nämlich oft schon im Voraus bei meinen Kumpels Schulden, um mir Zigaretten besorgen zu können.“

Laut der aktuellen Kids-Verbraucheranalyse 2009 des Egmont Ehapa Verlags hatte die Wirtschaftskrise auch einen Einfluss auf das Taschengeld von Kindern und jüngeren Jugendlichen. Das Gesamtvermögen der Sechs- bis 13-jährigen in Deutschkand sank in diesem Jahr im Vergleich zu 2008 um rund fünf Prozent auf 6,04 Milliarden Euro. Eingerechnet wurden Taschengeld, kleine Verdienste, Geldgeschenke und Sparguthaben.

Eltern sind übrigens nicht verpflichtet, ihren Kindern regelmäßig Geld zu geben. Wichtig zu wissen: Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 18 Jahren sind laut dem sogenannten „Taschengeld-Paragraphen“ (§110BGB) eingeschränkt geschäftsfähig. Demnach dürfen sie ohne gesetzliche Vertreter, meist die Eltern, nur so viel für Waren ausgeben, dass es die Höhe ihres Taschengeldes nicht übertrifft.