Landtagskandidat

Mark-Oliver Potzahr (CDU)

Reinbek. Dass er bei allem politischen Engagement "geerdet" bleibt, ist Mark-Oliver Potzahr wichtig. Deshalb absolviert der 39-Jährige zurzeit einen Marathon zwischen Job, Ehrenamt und Wahlkampf. Acht Stunden leitet der Reinbeker ein Team im Kundenservice einer Shell-Tochter.

Nach Feierabend stellt er in seiner Neuschönningstedter Wohnung den Computer an. Diskussionsrunden, Interviews, Sitzungen in Kreistag oder kommunalen Gremien der Stadt - der Terminkalender des CDU-Politikers ist ausgefüllt. Eigentlich wollte er den Jahresurlaub 2010 für die Landtagswahlen im April/Mai reservieren. Doch der Koalitionsbruch und der vorgezogene Wahltermin fordern jetzt ganzen Einsatz neben dem Vollzeitjob.

Und den möchte der Reinbeker auch in Teilzeit behalten, falls er am 27. September seinen Wahlkreis Südstormarn/Reinbek gewinnt und als Direktkandidat in den Landtag einziehen kann. Ein Sicherheitsnetz hat er nicht geknüpft und sich hinten auf Platz 40 in der Landesliste eingereiht. Er möchte direkt den Weg nach Kiel schaffen und sich dort für "meine vier Städte und Gemeinden stark machen. Ich würde gern in den Bildungsausschuss Schule und Kultur. Das ist mein politisches Thema". Da habe er viele Ziele. Zum Beispiel: Stärkung der Gymnasien, Besetzung aller Planstellen.

Seit elf Jahren engagiert sich der Kaufmann auf Kreisebene für die Lieblingsthemen Schule und Jugend. "Hier konnte ich als Vorsitzender des Kreisjugendhilfeausschusses schon einiges auf den Weg bringen. Viele Freundschaften sind über Fraktionsgrenzen hinaus entstanden", zieht er Bilanz. Und das ist sicher auch seinem sachbezogenen integrativen Stil zu verdanken. "Die politische Arbeit im Kreistag ist sehr effektiv und macht Spaß", sagt er. Das gelte auch für die Reinbeker Kommunalpolitik. Potzahr ist hier stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Schule und Soziales. "Die Politik war immer mein Hobby. Deshalb widme ich ihr gern etwa 30 Stunden meiner Freizeit pro Woche", sagt er.

Dass die gute parteiübergreifende Zusammenarbeit aus dem Lokalen nach Kiel exportiert werden könne, bezweifelt er: "Dort ist zu viel Porzellan zerschlagen worden." Seine Lieblingsregierungsformation unter Peter Harry Carstensen wäre ohnehin Schwarz-Gelb.

Obwohl, für große Auftritte bringt Potzahr das nötige Rüstzeug mit. Seine Leidenschaft für das Theater und Kabarett haben ihn schon früh auf die Bühne des Sachsenwald-Gymnasiums geführt. Und auch im Studium hat er das Hobby weitergeführt. "Meine Lieblingsrolle war der Bettlerkönig Peachum in Brechts Dreigroschenoper", überrascht der konservative Politiker mit seiner Vorliebe für Brecht und die Musik von Kurt Weil. Heute reiche die Zeit leider nur noch für Karaoke bei Firmenfeiern, wo er sich übrigens auch als Betriebsrat engagiert. Ein weiterer Faktor für seine Erdung, die er der Kieler Käseglocke entgegensetzen will.

© Bergedorfer Zeitung 2019 – Alle Rechte vorbehalten.