Blitzeranhänger

1405 Raser auf Bergedorfs Straßen erwischt

Dieser mobile Anhänger steht momentan am Curslacker Neuer Deich gegenüber der Bergedorfer Zeitung.

Dieser mobile Anhänger steht momentan am Curslacker Neuer Deich gegenüber der Bergedorfer Zeitung.

Foto: Jan Schubert

Bereits zum dritten Mal im Jahr 2020 stehen die feuerfesten Blitzapparate im Bezirk. So viele Temposünder wie nie im Vorjahr.

Bergedorf. Auf dem vierspurigen Curslacker Neuen Deich wird häufig viel zu schnell gefahren. Seit Dienstagabend hat das für Raser Folgen. In der Nähe der Einmündung Lehfeld hat der Landesbetrieb Verkehr (LBV) in Zusammenarbeit mit der Polizei einen jener mobilen Blitzer aufgestellt, die seit Mitte 2018 im Gewand eines am Straßenrand geparkten Anhängers Jagd auf Raser machen. Und das sehr effizient: Mehr als 1400 Temposünder wurden in diesem Jahr allein in Bergedorf durch die Geräte beweiskräftig überführt.

Die Blitzeranhänger sind aus mehreren Gründen sehr effizient. Denn sie arbeiten weitgehend ohne Personal, können also auch nachts aufgestellt bleiben und blitzen. Die Geräte sind zudem gepanzert und somit relativ vandalismussicher.

Eine Woche an der B5: Fast 1200 Tempoverstöße

Zwei Messungen der mobilen Blitzer hat es bereits in diesem Jahr auf Straßen im Bezirk Bergedorf gegeben. Insgesamt wurden dabei laut Hamburger Polizei genau 1405 Raser erwischt. Vom 5. bis 12. März stand ein Blitzeranhänger am Reinbeker Redder, kontrollierte in Höhe der Hausnummer 150 beide Fahrtrichtungen nach Reinbek und nach Boberg. Dabei wurden bei Fahrzeugen in Richtung Reinbek 137 Verstöße, bei Wagen in die Gegenrichtung 80 Verstöße aufgezeichnet. Noch ertragreicher war der Anhänger, der vom 4. bis 11. Mai an der Bergedorfer Straße (B 5, erlaubt ist Tempo 50) in Höhe der Hausnummer 13 gegenüber dem stationären Blitzer stand: 1188 Geschwindigkeitsverstöße.

Als die mobilen Blitzeranhänger im Sommer 2018 vorgestellt wurden, hatte der Chef der Verkehrsdirektion der Polizei, Ulf Schröder, schon eine klare Zielvorstellung: „Wir hoffen, den Titel der Raserhauptstadt Hamburg loszuwerden.“ Denn zu schnell gefahren wird im gesamten Stadtgebiet viel zu häufig: Im vergangenen Jahr erwischten stationäre und mobile Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen (GÜA) nach Angaben der Innenbehörde 886.419 Temposünder, das waren noch einmal 14 Prozent mehr als im Vorjahr – gleichzeitig ein absoluter Höchstwert auf Hamburgs Straßen.

So viel wie im Vorjahr wurde in Hamburg noch nie geblitzt

Der Einsatz mobiler Blitzeranhänger, die an etwa 25 Unfallbrennpunkten eingesetzt wurden, könnte ein Grund sein, warum mehr Temposünder erwischt werden. Allein durch die mobilen Blitzer kamen im Jahr 2019 genau 145.337 Anzeigen zusammen, was wiederum zu 2,92 Millionen Euro an Bußgeldern führte. Insgesamt wurden laut Innenbehörde damals 21,28 Millionen Euro an Buß- und Verwarngeldern verhängt, 10,81 Millionen Euro aus stationären, 10,41 Millionen Euro aus mobilen Messungen.

Derzeit sind sechs Blitzeranhänger im Stadtgebiet im Einsatz. Die feuerfesten Kästen haben viele Vorteile sind mit Akkus ausgestattet, die einen tagelangen Betrieb ermöglichen. Das Modell der Firma „Jenoptik Robot“, wie es aktuell am Curslacker Neuen Deich steht, kann im drehbaren Kopf sogar so ausgerüstet werden, dass beide Fahrbahnseiten auf mehreren Spuren gleichzeitig überwacht werden können.