Bergedorf

Politik kann Referenten bald per Skype zuschalten

Künftig im Visier der Live-Kamera: das Rednerpult im Großen Saal des Rathauses, hier mit CDU-Fraktionschef Sven Noetzel. Im Hintergrund: Bezirksamtsleiter Arne Dornquast.

Künftig im Visier der Live-Kamera: das Rednerpult im Großen Saal des Rathauses, hier mit CDU-Fraktionschef Sven Noetzel. Im Hintergrund: Bezirksamtsleiter Arne Dornquast.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Ab September gibt es eine neue Technik: Referenten schalten sich per Skype in die Sitzungen. Die Öffentlichkeit bleibt aber draußen.

Bergedorf. Endlich kehren Referenten in die politischen Sitzungen der Bezirksversammlung und ihrer Ausschüsse zurück. Was wegen der Corona-Schutzmaßnahmen seit März tabu war, wird wohl ab Ende des Monats wieder erlaubt – allerdings nur als virtuell zugeschaltete Gastredner. Eventuell dürfen auch bald wieder Zuschauer im Rathaus dabei sein.

Vize-Bezirksamtsleiter Ulf von Krenski stellte mithilfe von Bezirksamtssprecher Dr. Sebastian Kloth die Technik im Hauptausschuss vor. Das Ganze basiert auf einer Skype-Konferenz, die sowohl optisch als auch akustisch den Großen mit dem Kleinen Sitzungssaal im Bergedorfer Rathaus verbindet. Gesteuert wird die Übertragung über einen Tablet-Rechner im Großen Saal. Dort dürfen weiterhin maximal 15 Politiker aus den Fachausschüssen Platz nehmen sowie einige Verwaltungsvertreter. Im Kleinen Saal wiederum sollen zugewählte Bürger aus den Ausschüssen sitzen, gegebenenfalls auch Mitglieder hinzugeladener Ausschüsse.

Eingeladene Referenten können sich in Sykpe-Schaltung einwählen

Doch wie kommt nun das Fachwissen von außen ins Rathaus? Eingeladene Referenten, etwa aus Behörden, Unternehmen oder Vereinen, können sich in die Skype-Schaltung einwählen und aus Büro oder Homeoffice ihren Vortrag auf die Bildschirme im Großen und Kleinen Saal übertragen. Wenn Referenten lieber nach Bergedorf kommen möchten, geht das auch: Sie würden dann per Video-Schaltung aus dem Spiegelsaal oder dem Kleinen Saal vortragen. Die Politiker haben dank neuer Technik sogar die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Dazu gibt es eine Übertragung vom Rednerpult im Großen Saal zum Referenten.

„Mit dieser Technik sind wir Bergedorfer unter allen Bezirken am fortschrittlichsten“, freut sich Sebastian Kloth und weist darauf hin, dass sich alle Bezirke bisher nur darauf verständigt haben, Bezirksversammlungen und teilweise Hauptausschüsse live zu streamen. Im Bergedorfer Rathaus werde zudem an einer Lösung gearbeitet, die Öffentlichkeit wieder für politische Sitzungen zuzulassen. „Momentan wird ein Hygienekonzept erstellt“, so Kloth, der die Bergedorfer gern wieder auf die Tribüne des Rathaussaals lassen würde – was bei einer einzigen Treppe als Zugang aber unrealistisch erscheint.

Premiere der Konferenz-Technologie am 29. September

Die neue Konferenz-Technologie soll beim Jugendhilfeausschuss am Dienstag, 29. September, Premiere feiern. Überdies steht jetzt, nachdem die Bezirksversammlung am 24. September noch einmal im Theater im Park gastiert, der Ort der weiteren Sitzungen fest: Wie Bezirksamtschef Arne Dornquast bekannt gab, wird eine Mehrzweckhalle der Grundschule Sander Straße dafür genutzt. Zudem soll wieder ein Livestream angeboten werden. Bei der Premiere im August schalteten sich insgesamt 160 Personen zu, in der Spitze waren 50 gleichzeitig dabei. Im Schnitt verweilten die User 25 Minuten im Livestream.