Baumfällliste veröffentlicht

Bezirk Bergedorf ließ vergangenes Jahr 265 Bäume fällen

Grässliches Bild für viele Bergedorfer: die Reste von einem gefällten Straßenbaum.

Grässliches Bild für viele Bergedorfer: die Reste von einem gefällten Straßenbaum.

Foto: BGZ

Die Straßenbäume und Bäume in Grünanlagen standen in Bergedorf und Lohbrügge. Bezirk nennt in der Baumfällliste auch die Begründung.

Bergedorf. Ob Kronenausbruch, Pilzbefall, starker Schrägstand oder abgestorbener Stamm: Jährlich veröffentlicht das Bezirksamt die Baumfällliste, unterteilt in Straßenbäume und Bäume in Grünanlagen. Im vergangenen Jahr ließ der Bezirk in Bergedorf und Lohbrügge 265 Bäume fällen und lieferte jeweils auch die Begründung mit, warum dieser oder jener Baum nicht mehr verkehrssicher war.

Dies sei jedoch ein zu großer Verlust an hölzernen Riesen, befindet die Bergedorfer Koalition – und will per Antrag Nachpflanzungen ankurbeln, mit dem Ziel einer „positiven Baumbilanz“. Aus Sicht der Verwaltung sind Neuanpflanzungen aber nicht immer sinnvoll.

Für jeden gefällten Baum 1,5 großkronige Laubbäume

Für jeden gefällten Baum 1,5 neue großkronige Laubbäume: Das ist das Ziel, das sich SPD, Grüne und FDP für ein klimafreundliches, grünes Bergedorf vorstellen. Von den Liberalen stellte Stefan Kubat den Antrag im Umweltausschuss vor, der sich ausdrücklich auf Straßenbäume bezieht. Sollte eine Fällung unabdingbar sein, „wünschen wir uns, dass diese im Verhältnis 1:1,5 durch vorzugsweise heimische Gehölze ersetzt wird“, so Kubat. Denn: Weder in Hamburg noch in Bergedorf gibt es eine verbindliche Anordnung, für gefällte Straßenbäume Ersatz nachzupflanzen. In Bergedorf ging daher in den vergangenen zehn Jahren der Bestand um 1000 Bäume zurück, in ganz Hamburg in dieser Zeit laut BUND um 8140.

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Die CDU unterstützt den Gedanken, doch erweitert den Wunsch nach der positiven Baumbilanz noch auf Park- und Grünanlagen. Stephanie Pelch (CDU) erläuterte im Ergänzungsantrag ihrer Fraktion, „jeden gefällten Straßenbaum, in Grünanlagen und auf Privatgrundstücken sowie auch alle Nachpflanzungen in einer Statistik zu dokumentieren“. Weiterhin sollten gerade „gesunde“ Straßenbäume erhalten bleiben und ein „Nachpflanzungskonzept“ erarbeitet werden – doch der Änderungsantrag traf nicht die Zustimmung der Koalition, weil beispielsweise die Beschränkung auf gesunde Straßenbäume nicht nachzuvollziehen sei.

Bergedorfer Baumfällliste nennt Standorte, an denen Bäume fielen

Auf Anfrage nennt die Verwaltung Gründe dafür, weshalb sie auf Nachpflanzungen in Grünanlagen oftmals verzichtet: „Bäume ringsum einen gefällten Baum nehmen dessen Platz ein, beispielsweise was den Kronenwuchs angeht“, erklärt Wolfgang Charles, Bergedorfs Grünchef. Ein neu angepflanzter Baum könne sich da nicht durchsetzen. Das sei kontraproduktiv zur eigentlichen Zielsetzung der Verwaltung: „Unser Bestreben muss es sein, den Baumbestand weiterzuentwickeln“, sagt Charles.

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Eine Statistik für gefällte Straßenbäume ist übrigens durchaus vorhanden: Zwar liefert die Bergedorfer Baumfällliste keine absoluten Zahlen, dafür aber eine Aufzählung aller Standorte, an denen Bäume fielen. Wer alles addiert, erhält die Gesamtzahl gefällter Bäume.