Für die Zukunft gedacht

Lohbrügger wagen gemeinsames Wohnprojekt mit über 60

Jens Barbek (v.li.), Kirsten Möller-Barbek, Cornelia von Gottberg und Anne-Dorothea Pahl haben am Freitag Richtfest gefeiert.

Jens Barbek (v.li.), Kirsten Möller-Barbek, Cornelia von Gottberg und Anne-Dorothea Pahl haben am Freitag Richtfest gefeiert.

Foto: Thomas Voigt

Am Haempten in Lohbrügge feiern vier Freunde das Richtfest für ihr gemeinsames Haus. Jede Partei erhält eine abgeschlossene Wohnung.

Lohbrügge. „Wir vier wollen hier zusammen alt werden“, sagt Kirsten Möller-Barbek (61), Pastorin im Ruhestand. Zusammen mit ihrem Ehemann Jens Barbek (65) und zwei Freundinnen hat sie am Freitagmittag an der Straße Haempten Richtfest gefeiert. Im Frühjahr 2021 wollen die vier das neu gebaute Haus mit 240 Quadratmetern Wohnfläche und der Hausnummer 12 gemeinsam beziehen.

„Es ist keine Wohngemeinschaft, sondern ein Wohnprojekt“, erklärt Anne-Dorothea Pahl (65), die noch bis 2021 als Gesangspädagogin an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater arbeitet. Danach will sie ihren geräumigen Tageslichtkeller (hat jede der drei Wohnparteien) für private Unterrichtsstunden nutzen.

Garten soll gemeinsam bewirtschaftet werden

Jede Partei erhält eine abgeschlossene Wohnung mit Bad und Küche. Das Ehepaar Barbek bewohnt die erste Etage, im Erdgeschoss gibt es je eine Wohnung für Anne-Dorothea Pahl und für Cornelia von Gottberg. Die Physiotherapeutin ist mit ihren 59 Jahren das Küken der Wohn-Clique. „Das Vorhaben ist langfristig und nachhaltig angelegt“, sagt sie. Was bedeutet: „Zur Haustür hinauf wird links eine Treppe und rechts eine lange Rampe führen, die Innentreppe ist so angelegt, dass später mal ein Treppenlift mühelos installiert werden kann.“

Das gemeinsame Dach über dem Kopf soll nicht das einzige sein, was die vier Bewohner miteinander teilen, erklärt der pensionierte Verwaltungsjurist Jens Barbek, auf dessen einstigem Elternhaus-Grundstück die neue Immobilie errichtet wird. „Auf jeden Fall werden wir den Garten gemeinsam bewirtschaften und sicherlich auch sonst einmal in der Woche zusammen Zeit verbringen.“ – „Ganz normale Sachen“, ergänzt Kirsten Möller-Barbek: „Abends zusammen ,Tatort’ gucken oder auch etwas für alle kochen.“

Das Haus kostet rund 750.000 Euro

Allein die Planung des Hauses hat in den vergangenen zwölf Monaten dazu geführt, dass die vier künftigen Bewohner den einen oder anderen Abend miteinander verbrachten. Das Ehepaar Barbek ist Bauherr und Eigentümer des rund 750.000 Euro teuren Hauses, Anne-Dorothea Pahl und Cornelia von Gottberg ziehen als Mieterin in ihre Erdgeschoss-Wohnungen. „Zu einem fairen, stabilen Mietpreis und ohne Staffelmiete oder irgendeinen Schnickschnack“, unterstreicht Kirsten Möller-Barbek. „Wir sind keine Immobilien-Spekulanten, sondern ein Wohnprojekt von vier befreundeten Leuten.“

Tatsächlich kennen sie sich schon seit Jahrzehnten. Kirsten Möller-Barbeks und Cornelia von Gottbergs Mütter waren schon befreundet, die Kinder der beiden Wohnpartnerinnen sind es nun eben-
falls. Anne-Dorothea Pahl war einst Kommilitonin von Jens Barbeks Schwester, die ebenfalls Musik studierte.

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Planungs- und Genehmigungsphase verliefen nicht ohne Ecken, Kanten und Stolpersteine. Denn genau genommen ist das Gebäude mit zwei Volletagen für die Umgebung zu groß. Die Lösung war ein Pultdach mit abgeknicktem Mansardendach zur Straße, die das Haus fast eingeschossig wirken lässt.