Entscheidung gefallen

Einstimmiges Votum für das „Markthaus Lohbrügge“

So soll der Neubaukomplex „Markthaus Lohbrügge“ im Entwurf des Siegerbüros „RobertNeun Architekten“ aussehen: Mit viel Außengastronomie und einem breiten Übergang zum Wochenmarkt (unten rechts). Das heutige Haspa-Hochhaus (re.) soll stehen bleiben, aber eine moderne Fassade bekommen.

So soll der Neubaukomplex „Markthaus Lohbrügge“ im Entwurf des Siegerbüros „RobertNeun Architekten“ aussehen: Mit viel Außengastronomie und einem breiten Übergang zum Wochenmarkt (unten rechts). Das heutige Haspa-Hochhaus (re.) soll stehen bleiben, aber eine moderne Fassade bekommen.

Foto: Ulf-Peter Busse

Fachjury hat sich einstimmig entschieden: Das „Markthaus Lohbrügge“ hat den Zuschlag erhalten. Die Fläche soll neu belebt werden.

Lohbrügge. Einstimmig hat sich die Fachjury für ein buntes Treiben am oberen Ende der Lohbrügger Fußgängerzone entschieden: Das „Markthaus Lohbrügge“ des Berliner Büros „RobertNeun Architekten“ hat den Zuschlag erhalten. Nach diesen Plänen soll die seit sieben Jahren verwaiste Fläche des einstigen Edeka-Marktes Linow samt der Umgebung am Lohbrügger Markt neu belebt werden.

„Die Alte Holstenstraße erhält endlich ein Eingangstor!“ ist die offizielle Mitteilung des Bezirksamts überschrieben, die auf drei Seiten die Vorzüge des Entwurfs gegenüber den vier Mitbewerbern herausstellt. Wie berichtet, waren alle am Montag in einer Ausstellung öffentlich präsentiert worden.

„Markthaus Lohbrügge“ kommt mit geringster Baumasse aus

„Insgesamt kommt der Siegerentwurf im Vergleich mit der geringsten Baumasse aus“, loben die Experten den mit fünf bis sieben Geschossen „angemessenen Maßstab“. Er lasse Platz für einen großen, von den künftigen Bewohnern privat zu nutzenden Innenhof. Andererseits schaffe er ausreichend Raum für Gewerbe im Erdgeschoss sowie die angestrebten unterschiedlichen Wohnformen für Studenten, Senioren und betreutes Wohnen.

Insgesamt werden neben dem zu erhaltenden Haspa-Hochhaus rund 100 neue Wohnungen entstehen, von denen 30 Prozent öffentlich gefördert sind. Im Erdgeschoss sollen bis in die Fußgängerzone hinein Flächen für Einzelhandel, Gastronomie und ein Café entstehen. Kleiner Schönheitsfehler: Nach Informationen unserer Zeitung ist die Haspa nicht bereit, ihre angestammten Räume zu verlassen, was die Lebendigkeit des Eingangstors zur Alten Holstenstraße dämpft. Um das zu kompensieren, sehen die Architekten im Quartier sehr viel Außengastronomie vor.

Anpassung der Erdgeschoss-Nutzungen notwendig

Ob das so bleibt, lässt die Mitteilung des Bezirksamts offen: Die Jury habe dem Siegerbüro einige Überarbeitungshinweise gegeben, heißt es dort. „Hierzu gehören die Optimierung der Erdgeschossflächen, auch um den Standort der Haspa-Filiale zu sichern und die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens zu stärken. Dies betrifft zum Beispiel eine Anpassung der Erdgeschoss-Nutzungen.“

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Bevor die Grundstückseigentümerin Red Baufeld GmbH die Arbeiter anrücken lassen kann, werden aber noch rund zwei Jahre vergehen. So lange dauert es voraussichtlich, den erforderlichen neuen Bebauungsplan zu erstellen. Dazu gehört zunächst die Diskussion im Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung, dann die Beteiligung sämtlicher sogenannter Träger öffentlicher Belange und nicht zuletzt auch eine öffentliche Plandiskussion, in der sich alle Bürger zu Wort melden können.

„Ort am Rand der Bergedorfer Innenstadt wird belebt“

Vorschuss-Lorbeer für „RobertNeun Architekten“ gibt es von Oberbaudirektor Franz-Josef Höing: „Am Lohbrügger Markt entsteht ein schönes maßstäbliches Ensemble. Der Entwurf ist Stadtreparatur im besten Sinne. Er belebt diesen wichtigen Ort am Rand der Bergedorfer Innenstadt.“

Auch Timo Weiland von Red Baufeld ist zufrieden: „Wir sind glücklich, dass wir so gute Ergebnisse an dieser sehr schwierigen Stelle erhalten haben.“ Und für Bergedorfs Baudezernent Uwe Czaplenski ist es schlicht „von fünf guten Ideen die sehr gute für Lohbrügge geworden“.