Lohbrügger Wochenmarkt

Abbild des bunten Wochenmarkts oder wuchtige Zentralität?

Mit dem Architekten-Wettbewerb wird die alte Edeka-Fläche in der Bildmitte bis zum Haspa-Hochhaus überplant. Zudem geht es um Ideen für die Entwicklung des heutigen Parkplatzes auf dem Sander Markt dahinter – und die Fläche vorn links im Bild, gleich neben der Kreuzung.

Mit dem Architekten-Wettbewerb wird die alte Edeka-Fläche in der Bildmitte bis zum Haspa-Hochhaus überplant. Zudem geht es um Ideen für die Entwicklung des heutigen Parkplatzes auf dem Sander Markt dahinter – und die Fläche vorn links im Bild, gleich neben der Kreuzung.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Alte Edeka-Linow-Fläche: Fünf Entwürfe zur Bebauung von Lohbrügges Zentrum am Markt stehen zur Auswahl. Experten treffen Entscheidung.

Lohbrügge. Fast sieben Jahre sind seit dem Aus von Edeka Linow Ende 2013 schon vergangen. Und noch immer herrscht großflächiger Leerstand vis-à-vis vom Lohbrügger Wochenmarkt. Gleich mehrere Eigentümerwechsel hat die einstige Haspa-Immobilie seit der Räumung des Marktes, der Wohnungen darüber und der Bäckerei-Filiale hinter sich – doch nun scheint eine Lösung in Sicht: Montag stellte die Grundeigentümerin RED Baufeld GmbH zusammen mit dem Bezirksamt die Ergebnisse des „hochbaulichem Realisierungswettbewerbs mit städtebaulichem Ideenteil“ vor.

Knapp 50 Bürger folgten der Einladung in den alten Supermarkt, um sich die hier ausgestellten Entwürfe der fünf am Wettbewerb beteiligten Architekturbüros anzuschauen. Bevor die Fachjury gestern den Sieger und damit die Gestaltung des Areals „LoMa4“ am Übergang von Lohbrügges City samt Fußgängerzone zum Wohnbereich festlegte, gaben die Bürger per Meinungskärtchen Bewertungen und Verbesserungsvorschläge ab, die den Experten vorgelegt wurden. Für welches der fünf Büros sie sich gestern entschieden, blieb bis Redaktionsschluss offen.

Konzepte für Lohbrügger Wochenmarkt vorgestellt

Die Entwürfe waren trotz enger Vorgaben sehr verschieden. So will eines der Büros dem vorhandenen Haspa-Hochhaus einen mit über zehn Stockwerken noch höheren Wohnturm am Ludwig-Rosenberg-Ring gegenübersetzten. Ein anderer Entwurf wird vom sechsstöckigen „Markthaus Lohbrügge“ dominiert, das dem bunten Treiben des Wochenmarkts eine Fassade gegenüberstellt, die zwar sechsstöckig die ganze Breite einnimmt, aber architektonisch sehr abwechslungsreich gestaltet wird: Im Erdgeschoss setzt dieser bei vielen Bürgern beliebte Entwurf auf einladende Geschäftsflächen für Gastronomie, Einzelhandel und die Haspa selbst. Andere Büros verstecken die gewerbliche Nutzung eher, sehen hier vor allem Büros und Dienstleister.

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Die Vorgabe, eine „städtebauliche Neubewertung des Standorts“ vorzunehmen, wird überwiegend mit massiven, sechs- bis achtstöckigen Gebäuderiegeln vorgenommen, die einen grünen, vom Verkehrslärm abgeschirmten Innenhof umschließen. Nur einer der fünf Entwürfe verteilt die rund 100 Wohnungen des Projektes auf teils eigenständige Häuser, die durch viele Durchgänge mehr Öffentlichkeit auf dem Areal zulassen. Diese vergleichsweise filigrane Architektur steht im Gegensatz zur sonst angestrebten Wuchtigkeit als Symbol der Zentralität.

Sander Markt als Wohnungsfläche vorgesehen

Beim gleichzeitig ausgeschriebenen Ideenwettbewerb für die Umgebung sehen die Architekten den heute komplett als Parkplatz genutzten Sander Markt mindestens teilweise als künftige Wohnungsbaufläche. Die Gebäudehöhen dort sollen zwischen den acht bis zehn Stockwerken des Bille-Bogens am Ludwig-Rosenberg-Ring und der halb so hohen Bebauung an der Alten Holstenstraße liegen. Ein neues Hochhaus könnte auf der heutigen Fläche an der Kreuzung Lohbrügger Markt/Ludwig-Rosenberg-Ring gegenüber dem alten Edeka Linow entstehen.