Corona-Lockerungen

Bergedorfer Weihnachtsmarkt nun erlaubt – aber ohne Alkohol

Noch ist nicht sicher, ob der Bergedorfer Weihnachtsmarkt stattfinden wird. Veranstalter berät Ende September mit dem Bezirksamt darüber.

Noch ist nicht sicher, ob der Bergedorfer Weihnachtsmarkt stattfinden wird. Veranstalter berät Ende September mit dem Bezirksamt darüber.

Foto: Peter Bajus / Hamburg Events

In Hamburg gelten neue Corona-Regeln. Auch Lockerungen bei Volksfesten und Prostitution. Wichtelmarkt in Bergedorf noch nicht sicher.

Bergedorf/Hamburg. Der Senat hat gestern eine Reihe von Lockerung der Corona-Regeln beschlossen. Sie betreffen im Wesentlichen Volksfeste, Prostitution und Stadionveranstaltungen. So sind ab November tradierte Volksfeste wie der Hamburger Dom oder Weihnachtsmärkte unter strengen Auflagen wieder möglich. Hierzu muss ein Schutzkonzept genehmigt werden. „Die Genehmigung wird nur dann erteilt, wenn dies unter Infektionsschutzgesichtspunkten vertretbar ist“, sagt Anja Segert, Sprecherin der Hamburger Sozialbehörde. Und: „Es gilt ein Alkoholverbot.“

Ist damit der traditionelle Bergedorfer Weihnachtsmarkt gerettet – wenn auch nur mit alkoholfreiem Kinderpunsch und heißer Schokolade ohne Schuss? „Es ist schon schwierig“, sagt Veranstalterin Cordula Stein, die gemeinsam mit der Agentur Hamburg Events in diesem Jahr zum sechsten Mal für den Bergedorfer Wichtelmarkt verantwortlich zeichnen würde. Nach ihren Worten gehört ein Glühwein für viele Wichtelmarkt-Besucher nun einmal dazu. Es sei fraglich, ob ein alkoholfreier Weihnachtsmarkt hinreichend Gäste anziehen kann.

Beratungen über Bergedorfer Weihnachtsmarkt Ende September

Mitveranstalterin Jule Duda von Hamburg Events nennt es „verständlich, dass der Senat keinen Alkohol auf dem Wichtelmarkt dulden will, damit die Disziplin der Besucher bei Abstandsregel und Maskenpflicht nicht leidet“. Gleichwohl müsse überlegt werden, ob Charme und Atmosphäre der vier Adventswochen auf der Schlosswiese überhaupt erhalten werden könnten, wenn diese und andere Hygieneregeln eingehalten werden müssen. Und sie gibt zu bedenken, dass der Markt eine kommerzielle Unternehmung ist, die sich rechnen muss. In Bergedorf kommt auf der Kostenseite neben der Nutzung der Schlosswiese auch noch deren Wiederherrichtung hinzu. Und: Bisher haben die Wichtelmarkt-Veranstalter sämtlichen Glühwein-Verkauf in Eigenregie betrieben, damit einen wesentlichen Teil ihrer Einnahmen erzielt. Jule Duda: „Wir werden Ende des Monats mit dem Bezirksamt darüber beraten, ob und wie der Wichtelmarkt 2020 möglich ist.“

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Bereits von morgen an gilt nun auch in Hamburg ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro bei Verstoß gegen die Maskenpflicht. Bisher hatten lediglich die Verkehrsbetriebe im HVV 40 Euro Strafgeld von unmaskierten Fahrgästen verlangt. In Schleswig-Holstein dagegen gilt schon länger ein Bußgeld.

Bordellbetrieb darf unter strengen Auflagen wieder stattfinden

Stadionveranstaltungen unter freiem Himmel können von morgen an mit mehr als 1000 Besuchern genehmigt werden. Auch hier ist ein besonderes Schutzkonzept verpflichtend, gilt ein Alkoholverbot. Ebenso darf Bordellbetrieb unter strengen Auflagen wieder stattfinden. Dazu gehören ein Schutzkonzept, eine ständig zu tragende Maske, vorherige Terminvereinbarungen, Aufnahme von Kundenkontaktdaten, ausreichende Belüftung und Alkoholverbot.

Die Sozialbehörde hat am Donnerstag 66 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das ist die höchste Zahl seit einem Monat und die zweithöchste seit 30. April. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg auf 15,6 – das ist eine der höchsten 7-Tage-Inzidenzen aller Bundesländer.