Protestaktion

„Atom-Klo“ steht heute auf dem Bergedorfer Bahnhofsvorplatz

Dieses knallgelbe „Atom-Klo“ steht übermorgen auf dem Bergedorfer Bahnhofsvorplatz.

Dieses knallgelbe „Atom-Klo“ steht übermorgen auf dem Bergedorfer Bahnhofsvorplatz.

Foto: nh / BGZ / Anne Strickstrock

Umgebautes Dixi-Klo, ein sogenanntes „Atom-Klo“, feiert heute seine Premiere. Umweltschützer üben Kritik an Standortsuche für Atommüll.

Bergedorf. Ein umgebautes Dixie-Klo feiert heute seine Premiere auf dem Bergedorfer Bahnhofsvorplatz. Danach geht es auf Tour durch die ganze Republik. Gebaut wurde es im Namen der 2008 gegründeten Anti-Atom-Organisation „.ausgestrahlt“ mit Sitz in Hamburg: „Wir sind davon überzeugt, dass der Betrieb von Atomanlagen ein schwerwiegendes Unrecht ist, weil er Mensch und Umwelt schädigt. Unfälle wie in Fukushima und Tschernobyl können sich jederzeit wiederholen. Der strahlende Müll wird noch viele Generationen belasten“, sorgen sich die Umweltschützer.

Info-Stand vor dem „Atom-Klo“ in Bergedorf

Auch Bergedorfer Umweltschützer schließen sich dieser Haltung an. Dazu zählt der Linken-Politiker Helmuth Sturmhoebel, der für Freitag, 14 bis 18 Uhr, den Info-Stand auf dem Bahnhofsvorplatz angemeldet hat. Im „Atom-Klo“ und auf Tischen werden Flyer liegen, die über die Bundespolitik informieren: Bis 2031 soll der Bundestag laut Standortauswahlgesetz (Stand AG) den Ort bestimmen, an dem der hoch radioaktive Müll aus deutschen Atomkraftwerken dauerhaft lagern soll.

, so Sturmhoebel: „Da wäre vielleicht ein Standort für ein tiefengeologisches Lager für hoch radioaktiven Atommüll möglich. Denn es gibt einen Salzstock, der grundsätzlich für das Suchverfahren infrage kommt.“

Endgültige Festlegung des Endlagers 2031 geplant

Die bundesweite Suche obliegt der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), zuständige Überwachungsbehörde ist das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE). Sie wollen am 28. September die Öffentlichkeit mit einem „Zwischenbericht Teilgebiete“ informieren. Dann ist also wenigstens klar, welche Standorte mit Ton- und Kristallingesteinen (zum Beispiel Granit) sowie Salzstöcken ausgeschlossen werden. Es folgt eine dritte Suchphase mit Erkundungsbergwerken an nur noch zwei Standorten – eine endgültige Festlegung des Endlagers soll 2031 durch den Bundestag erfolgen.

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„Für Betroffene kommen dann jegliche Transparenz und Beteiligung zu spät. Sie haben nur sechs Monate Zeit, um die komplexe Materie aufzuarbeiten und Stellung zu nehmen“, kritisieren die Atommüll-Gegner. Sie fürchten, dass politische Interessen schwerer wiegen als wissenschaftliche Erkenntnisse: „Die Bürger werden erst informiert, wenn Fakten geschaffen sind.“