Achtung, Senioren!

Neue Betrugsmasche: Anrufe im Namen des Haus im Park

Senioren stehen immer wieder im Fokus von Telefonbetrügern.

Senioren stehen immer wieder im Fokus von Telefonbetrügern.

Foto: hfr

Telefonbetrüger nutzen den Vertrauensvorschuss des Bergedorfer Begegnungszentrums Haus im Park, um Senioren aufs Kreuz zu legen.

Bergedorf. Neuerdings versuchen Betrüger im Namen des Haus im Park (HiP) an das Geld älterer Bergedorfer zu kommen. Die Leitung der Kultur- und Bildungseinrichtung am Gräpelweg 8 und die Polizei warnen eindringlich vor diesen Anrufern.

Betrugsmasche: „Hier spricht die Sozialabteilung“

„Guten Tag, hier spricht … von der Sozialabteilung des Haus im Park“: In etwa so soll vor Kurzem das Telefonat mit einer mehr als 70 Jahre alten Frau aus dem Bezirk Bergedorf eingeleitet worden sein. Doch die Angerufene war misstrauisch, sie kennt das Haus mit seinen vielen Angeboten für die Generation 60plus.

Als der angebliche HiP-Mitarbeiter dann seinem Opfer eine Unfallversicherung verkaufen wollte, beendete die Rentnerin das Gespräch, höflich aber bestimmt. Sie berichtete von ihrem Erlebnis bei einem Besuch den Mitarbeitern des Begegnungszentrums im Park, die wiederum die Sache an die HiP-Leitung weitergaben.

Haus im Park hat gar keine „Sozialabteilung“

Und die ist empört über den Täuschungsversuch in ihrem Namen: „Unser Haus hat überhaupt keine Sozialabteilung. Wir würden nie auf unsere Gäste zugehen und sagen, dass wir ihnen etwas verkaufen, schon gar nicht am Telefon“, sagt Susanne Kutz, Leiterin des Haus im Park. Weitere Betrugsversuche der falschen Sozialabteilung seien ihr nicht bekannt, so Kutz, die bisher auch auf eine Anzeige bei der Polizei verzichtet hat. Kutz möchte zunächst mit der Betroffenen selbst sprechen.

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Die neue Masche passt in die Zeit. In der vergangenen Woche wurden im Hamburger Stadtgebiet mehrere Fälle von „Falschen Polizisten“ von Bürgern gemeldet. „Auch in Lohbrügge, im Villengebiet, in Nettelnburg sowie in Bergedorf-Zentrum hatten wir ein verstärktes Aufkommen von Anrufern“, sagt Evi Theodoridou von der Hamburger Polizei. Angaben darüber, ob und wie viele dieser Anrufe auch zur Betrugsvollendung kamen, gibt es nicht.

Polizei informiert in der City

Dennoch reagierte die Bergedorfer Polizei: Am vergangenen Freitag kamen Bürgernahe Beamte ins Bergedorfer Zentrum und sprachen gezielt Ältere an, um vor der Gefahr und der niederträchtigen Masche der Gauner zu warnen. Zudem verteilte die Polizei Info-Flyer („Achtung: Betrüger am Telefon“).

Darauf enthalten sind nicht nur sämtliche Verhaltensweisen mit der Kernbotschaft „Ein gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit“, sondern auch glasklar formuliert, was die Telefongangster wollen: „Die Anrufer haben es immer auf ihr Geld abgesehen.“ Grundsätzlich gelte: Derartige Anrufe sollten immer sofort mit Verwandten oder gleich mit der Polizei besprochen werden.

Beute in Millionenhöhe

Bis Ende Juli 2020 gab es hamburgweit 24 angezeigte Anrufe von „falschen Polizisten“ – 16 Versuche und acht Vollendungen. Die Täter erbeuteten dabei mehr als 70.000 Euro. Im vergangenen Jahr brachten diese Betrüger inklusive „falsche Handwerker“ ihre Opfer um insgesamt 1,31 Millionen Euro.