Demo warnt vor Rassismus

Gegen Ausgrenzung und den Kaiser-Namen

Linke-Politiker, „Omas gegen rechts“ und auch der „Fluchtpunkt Bergedorf“ finden sich in der Initiative „#unteilbar“, die für Toleranz demonstriert – aber nicht für Kaiser Wilhelm (1797-1888).S

Linke-Politiker, „Omas gegen rechts“ und auch der „Fluchtpunkt Bergedorf“ finden sich in der Initiative „#unteilbar“, die für Toleranz demonstriert – aber nicht für Kaiser Wilhelm (1797-1888).S

Foto: Helmuth Sturmhoebel / Sturmhoebel

Bergedorfer Initiative „#unteilbar“ erinnert an herzliche Aufnahme von Flüchtlingen 2015 – und will Kaiser-Wilhelm-Platz umbenennen.

Bergedorf.  Etwa 70 Bergedorfer folgten am Sonnabend dem Aufruf der Initiative #unteilbar und bildeten eine Menschenkette im Sachsentor. Sie demonstrierten für eine Gesellschaft ohne Rassismus und erinnerten an 2015, als besonders viele Flüchtlinge Deutschland erreichten. „Wir erlebten 2015 eine Dynamik des Kommens und Willkommens, die wir nicht vergessen werden und für die wir weiter streiten“, sagte Helmuth Sturmhoebel, Lokalpolitiker der Linken.

„Nicht am Stammtisch und nicht im Internet“

Denn auch in Bergedorf durchziehe Rassismus die Gesellschaft. Ob mit der Abschottungspolitik an den europäischen Außengrenzen, beim Sterbenlassen im Mittelmeer, beim Racial Profiling in den Innenstädten, mit der Zwangsunterbringung von Geflüchteten in Lagern, mit Abschiebungen und Abschiebehaft, bei der Wohnungssuche und der Ungleichbehandlung auf dem Arbeitsmarkt, in Schulen und Universitäten, durch Behördenwillkür, am Stammtisch und im Internet.

Auch Bismarck-Denkmal im Schlosspark ist unkommentiert

Keine Sympathie hatten die Demonstranten für einen Repräsentanten des Rassismus, wie sie sagen: Am Kaiser-Wilhelm-Platz erinnerte Rudi Walter (Die Linke) daran, dass dieser schon 1985 symbolisch in Jean-Dolidier-Platz umbenannt wurde: „Jetzt, 35 Jahre später, stellt sich die Frage nach einer Umbenennung des Kaiser-Wilhelm-Platzes noch immer. Auch das Bismarck-Denkmal im Schlosspark und das Kriegerdenkmal für 1870/71 am Reinbeker Weg stehen unkommentiert im Bergedorfer Zentrum, als Sinnbilder für die deutschen Verbrechen des letzten Jahrhunderts.“