Bahnhof Bergedorf

Feste Treppe zum Bergedorfer ZOB ist eine böse Stolperfalle

Die Treppe zwischen Bergedorfer Bahnhofshalle und ZOB ist an mehreren Stellen stark beschädigt.

Die Treppe zwischen Bergedorfer Bahnhofshalle und ZOB ist an mehreren Stellen stark beschädigt.

Foto: Thomas Voigt

Ein halbes Dutzend der 24 Stufen sind beschädigt und gefährden täglich Fahrgäste: Die Treppe zum Bergedorfer ZOB ist eine Zumutung.

Bergedorf.  Diese Treppe ist – gelinde gesagt – eine Zumutung. Ein gutes halbes Dutzend der insgesamt 24 Stufen zwischen der Bergedorfer Bahnhofshalle und dem ZOB sind beschädigt. Die Tritt- und Senkrechtfliesen sind zerbrochen oder fehlen gleich ganz. Eine schlimme Stolperfalle für jeden Fahrgast, der hier hinunter- oder hinaufgeht.

Manchmal der einzige Zugang zum ZOB

In den letzten Monaten ist die Treppe besonders stark frequentiert: Denn seit Mitte Mai eine Busfahrerin ihr Fahrzeug ins gläserne Treppenhaus lenkte und den beiden Rolltreppen einen irreparablen Totalschaden zufügte, ist die Treppe – abgesehen vom Aufzug – der einzige Zugang zum ZOB. Und der Lift ist häufig über Tage hinweg defekt.

Nach dem Treppensturz muss der Senior ins Krankenhaus

Unfälle sind auf dieser Treppe längst passiert. „Mein 80-jähriger Nachbar, 1,88 Meter groß und in bester körperlicher Verfassung, ist im Februar dieses Jahres nach Verlassen des Busses in Gegenwart seiner Ehefrau beim Hinuntergehen der Treppe so schwer gestürzt, dass er sieben Tage im Bethesda-Krankenhaus verweilen musste“, berichtet Hans-Peter Pahlke, Makler im Ruhestand aus Reinbek. Nach seinen Angaben zog sich der Mann eine schmerzhafte Hüftabsplitterung am rechten Becken zu und muss seitdem wöchentlich ärztlich behandelt werden. „Ich habe ihn wiederholt zu Fachärzten gefahren.“ Aktuell sei eine Besserung eingetreten, so dass der Nachbar wieder eigenständig und ohne Krücken laufen könne.

„Erkennbar, dass es sich um alte Schäden handelt“

„Die Ursache des Sturzes liegt mit höchster Wahrscheinlichkeit in der mehrfach schadhaften Treppe“, meint Hans-Peter Pahlke. „Und es ist eindeutig erkennbar, dass es sich hier um alte Schäden handelt.“ Unmittelbar nach dem Unfall hätten die Ehefrau und die Tochter des gestürzten Mannes die Beschädigungen der Stufen genau betrachtet. Einen Rechtsanspruch gegen die Bahn habe die Familie aber bislang nicht gestellt, da der Gedanke an Gesundung und die damit verbundenen Tätigkeiten und Wege absolut vorrangig gewesen sei. Pahlke: „Laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch steht die Deutsche Bahn als Betreiber des Bahnhofsgebäudes in der Zustandshaftung und muss Sorge dafür tragen, dass nicht noch weitere Verletzte zu beklagen sind.

Reparaturen sind beauftragt aber noch nicht terminiert

Die Deutsche Bahn hat die Beschädigungen zur Kenntnis genommen. Davon zeugen seit etwa einer Woche leuchtend gelbe Markierungen an schadhaften Stellen. Nach Auskunft einer Bahn-Sprecherin sind die Reparaturen in Auftrag gegeben, aber noch nicht terminiert.