Mann liegt mit Paketband gefesselt auf dem Fußweg

Lohbrügge.  Großeinsatz der Bergedorfer Polizei in der Straße Am Beckerkamp: Gegen 17 Uhr am Donnerstagnachmittag haben zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes einen gefesselten Mann auf dem Fußweg vor den Hochhäusern gefunden. Seine Hände waren mit Paketband an die Knie gefesselt. Seine Arme hatten Schnittwunden, der Mann hatte Würgemale am Hals. Er lag auf einem Kopfkissen ohne Bezug, welches Blutflecken aufwies.

Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes alarmierten den Notarzt und die Polizei und befreiten mit zwei weiteren Helfern den Verletzten. Ein Notarzt kümmerte sich um den Mann, der dann in das Unfallkrankenhaus nach Boberg gebracht wurde. Lebensgefahr besteht nicht. Zahlreiche Schutzpolizisten sperrten den Bereich ab. Die Kriminalpolizei wurde informiert. Eine Blutspur führte in einen Hauseingang Am Beckerkamp.

Nach noch von der Polizei unbestätigten Informationen soll es sich bei dem Gefesselten um einen 36 Jahre alten Mann aus Georgien handeln, der sich zuletzt illegal in Deutschland aufhielt und dem die Abschiebung drohte. Nachbarn kannten den Mann, dessen Verwandte offenbar in dem nahen Hochhaus wohnen. Der Gefesselte sei immer wieder alkoholisiert und unter Drogen stehend in den Treppenhäusern aufgefallen.

Wie der Mann sich seine Verletzungen zuzog und wer ihn auf dem Bürgersteig ablegte, ist nun Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen. Hintergrund könnte möglicherweise auch ein Suizidversuch des Gefesselten sein. Angehörige berichteten, der 36-Jährige habe vor drei Tagen Tabletten genommen und auch versucht, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Möglicherweise steht der behauptete Suizidversuch in Zusammenhang mit der geplanten Abschiebung.

Angeblich haben die Verwandten, nachdem der Georgier an der Wohnungstür randaliert haben soll, ihn überwältigt und dann gefesselt, um weitere Selbstverletzungen zu verhindern. Sie hätten den 36-Jährigen dann auf den Fußweg vor dem Haus abgelegt, damit Retter ihn dort schnell finden würden.

Ob sich dies wirklich so zugetragen hat, muss nun die Kriminalpolizei ermitteln. Es wurden zahlreiche Spuren vor Ort gesichert.