Reiserückkehrer

Bergedorf bisher von neuer Corona-Welle verschont

Gesundheitskontrollen für Reiserückkehrer gibt es in Hamburger bisher an drei Standorten: In den Notfallpraxen Farmsen und Altona der Kassenärztlichen Vereinigung sowie dieses am Flughafen Fuhlsbüttel. / FUNKE Foto Services

Gesundheitskontrollen für Reiserückkehrer gibt es in Hamburger bisher an drei Standorten: In den Notfallpraxen Farmsen und Altona der Kassenärztlichen Vereinigung sowie dieses am Flughafen Fuhlsbüttel. / FUNKE Foto Services

Foto: Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services / MARCELO HERNANDEZ / FUNKE Foto Services

Nur 14 neue Infektionen innerhalb von sieben Tagen im Bezirk. Doch Hausärzte verzeichnen Flut von Testwünschen.

Bergedorf. Der deutliche Anstieg von Corona-Neuerkrankungen zum Ferienende in Hamburg scheint an Bergedorf vorbeizugehen: Stieg die Zahl in der Hansestadt gestern auf 44 gegenüber 25 am Vortag, verzeichnete Bergedorf nur einen einzigen Fall. Damit gibt es im Bezirk knapp 20 Erkrankte in häuslicher Quarantäne und weiterhin keinen, der wegen eines schweren Verlaufs im Krankenhaus liegt.

Seit Mai acht Wochen gar kein Fall

Dennoch haben die Urlaubsrückkehrer auch in Bergedorf die Zahlen steigen lassen. „Seit Mai hatte unser Gesundheitsamt rund acht Wochen lang keinen einzigen Fall bearbeiten müssen“, sagt Rathaussprecher Dr. Sebastian Kloth. „Jetzt sind binnen sieben Tagen 14 Neuerkrankungen aufgetreten, deren Umfeld zwecks Quarantäne von uns nachverfolgt werden muss.“

Hausärzte verweisen zum Test an die Notfallpraxen

Viel zu tun mit den Rückkehrern haben dagegen die Bergedorfer Hausärzte. „Seit Anfang dieser Woche die Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums gilt, wonach sich jeder Rückkehrer aus dem Ausland binnen 72 Stunden testen lassen kann, kommen laufend Anfragen. Oft stehen ganze Familien in der Praxis“, berichtet Dr. Anja Bommersheim-Klie von der Hausarztpraxis Curslack. „Wir können das nicht leisten und verweisen alle an die Corona-Testzentren der Kassenärztlichen Vereinigung in den Notfallpraxen Farmsen und Altona.“

Testzentren Farms und Altona arbeiten ohne Voranmeldung

Dort wird seit Montag ohne Voranmeldung getestet. „Wir haben an beiden Standorten jeweils rund 300 Patienten am Tag. Das ist ohne größere Wartezeiten schaffbar“, sagt Sprecher Dr. Jochen Kriens. Voraussichtlich Mitte des Monats wird ein weiteres Testzentrum am Hauptbahnhof eingerichtet. Das vierte betreiben Gesundheitsbehörde und DRK jetzt schon am Flughafen.

Lob für schnelle Organisation durch Kassenärztliche Vereinigung

„Ein großes Lob an die Kassenärztliche Vereinigung, dass sie ihre Notfallpraxen so schnell um die Corona-Testzentren erweitern konnte. Die bürokratischen Hürden dafür sind immens“, sagt Gregor Brinckmann, der das bestens kennt. Der Hausarzt mit Praxis am Reetwerder hatte im April Bergedorfs Corona-Testzentrum am Schilfpark initiiert, das im Juni dann wegen des Auslaufens der Corona-Welle ausgesetzt wurde.

Neustart des Bergedorfer Testzentrums sehr unwahrscheinlich

Einen Neustart sehen gegenwärtig weder er noch das Bezirksamt, das damals den rechtlichen und organisatorischen Rahmen stellte. „Dafür sind einerseits die Zahlen noch zu gering, andererseits ist die damalige Konstruktion mit uns als ehrenamtlichem medizinischem Testpersonal nicht mehr möglich“, sagt Brinckmann. „Die aktuelle Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums für die Reiserückkehrer verpflichtet uns, 15 Euro pro Test abzurechnen. Damit ist Ehrenamtlichkeit unmöglich. Aber gleichzeitig ist es viel zu wenig Geld, um den Aufwand von Schutzkleidung über Raumdesinfektion und Dokumentation bis zum Personalaufwand abzudecken.“

Bethesda Krankenhaus: „Sind kein Corona-Testzentrum“

Dass die Tests den laufenden Medizinbetrieb behindern können, macht auch das Bethesda Krankenhaus klar.: „Wir sind ausschließlich für medizinische Notfälle da und kein Corona-Testzentrum“, schriebt die Klinik auf Facebook.