Villengebiet

Bergedorf: Parkregeln verwirren selbst die Polizei

Anwohner Dietrich Sattler zeigt auf die Parksituation am Reinbeker Weg: Überall auf dem Seitenstreifen parken Autos, obwohl dies eigentlich nicht gestattet ist.

Anwohner Dietrich Sattler zeigt auf die Parksituation am Reinbeker Weg: Überall auf dem Seitenstreifen parken Autos, obwohl dies eigentlich nicht gestattet ist.

Foto: Foto / Christina Rückert

Mal darf auf den Seitenstreifen geparkt werden, mal nicht: Mit dem Bezirksamt soll nun die Situation neu geprüft werden.

Bergedorf.  Seit 16 Jahren wohnt Dietrich Sattler bereits am Reinbeker Weg. Nun jedoch bekam der Bergedorfer das erste Mal direkt vor seiner Haustür ein Knöllchen: Sein Opel stand zwar wie immer auf einem holprigen Seitenstreifen am Straßenrand. Das kleine, etwas krumme „P“-Schild, das dort auch einen Parkbereich ausweist, zeigte allerdings mit dem Pfeil in die andere Richtung. „Das habe ich immer falsch interpretiert“, räumt Dietrich Sattler ein. Das Verwarngeld von 25 Euro hat er deshalb sofort gezahlt. Zeitgleich schrieb er aber auch einen Brief ans Einwohnerzentralamt und die Bergedorfer Polizei. Denn Sattler meint: „Das Thema Parkvorschriften muss hier unbedingt neu überdacht werden.“ Es sei für Anwohner nicht zu verstehen, warum es an einigen Stellen Parkzonen gibt – während auf demselben Seitenstreifen einen Meter weiter ein Knöllchen droht.

Ein Durcheinander an Regeln

Tatsächlich ist nicht nur am Reinbeker Weg, sondern fast überall im Villengebiet die Situation unübersichtlich. „Erlaubt ist das Parken auf den Seitenstreifen eigentlich nur dort, wo Schilder es ausdrücklich gestatten“, erklärt Axel Kleeberg, Chef der Bergedorfer Verkehrspolizei. Aber warum ist manch ein gepflasterter Abschnitt tabu, während ungepflasterte Seitenstreifen als Parkzone ausgewiesen sind? Oder umgekehrt?

Das Problem sieht auch die Polizei. „Wir haben uns das angesehen. Es gibt Handlungsbedarf“, räumt Verkehrspolizeichef Axel Kleeberg ein. Das ganze Villengebiet sei ein Durcheinander an Regeln. Zudem seien offenbar – zu erkennen auf älteren Internetansichten bei Google Maps – im Laufe der Jahre Schilder einfach abhandengekommen.

Polizei möchte eine Begehung mit dem Bezirksamt

„Wir werden das jetzt zum Anlass nehmen, um mit der Abteilung Management des Öffentlichen Raums im Bezirksamt hier durchzugehen“, sagt Kleeberg. „Gemeinsam können wir dann die Zonen identifizieren, in denen Parken erlaubt werden darf.“ Das Bezirksamt müsse die Parkzonen feststellen lassen, die Polizei ordne die Schilder dann an. Kleeberg stellt sich vor, erst den Reinbeker Weg und dann die anderen Straßen des Villengebiets nacheinander zu begehen und möchte dazu bald eine Anfrage ans Bezirksamt starten. Bezirksamtssprecher Dr. Sebastian Kloth ist offen für die Idee: „Natürlich sind wir bereit. Wir reden jederzeit mit dem Polizeikommissariat, mit und ohne Begehung.“

Gründe dafür, das Parken auf Seitenstreifen zu verbieten, kann es immer geben – etwa, wenn Baumwurzeln geschädigt werden könnten oder unterirdisch wichtige Leitungen liegen. Autos müssten dann alternativ auf der Straße selbst parken, also am Kantstein. Hier sieht Anwohner Dietrich Sattler allerdings das nächste Problem: „Wenn das dann jeder macht, kommen hier größere Fahrzeug wie die Müllabfuhr oder die Feuerwehr nicht mehr durch.“