Innenstadt retten

Profi-Stadtmanagement für Bergedorf im Visier

Über den Dächern von Bergedorf: Die Initiatoren des Projekts „Bürger für Bergedorf“: Michael Solscher, Lutz Müller und Hans-Helmut Willers (v. li.).

Über den Dächern von Bergedorf: Die Initiatoren des Projekts „Bürger für Bergedorf“: Michael Solscher, Lutz Müller und Hans-Helmut Willers (v. li.).

Foto: Ulf-Peter Busse

50 Millionen Euro wollen die Initiatoren in zehn Jahren einsammeln - und damit Bergedorfs Innenstadt zukunftsfähig machen.

Bergedorf. Ihr Ziel ist ambitioniert: In maximal einem Jahr soll Bergedorf ein professionelles Stadtmanagement bekommen, projektiert auf zunächst zehn Jahre und wesentlich finanziert aus Bundes-, Landes- und EU-Geld. Das Budget: 50 Millionen Euro.

„Wer die Corona-Krise gut überstehen will, darf nicht kleckern, sondern muss klotzen. Das gilt für die Entwicklung unserer Innenstadt ebenso wie für die des Tourismus’, der Digitalisierung, der modernen Mobilität und vieler anderer Themen. Für alles gibt es in Berlin und Brüssel Fördertöpfe, die gewöhnlich nicht ausgeschöpft werden. Das wollen wir für Bergedorf ändern“, sagt Hans-Helmut Willers, der gemeinsam mit CCB-Manager Lutz Müller und Michael Solscher vom Grundeigentümer-Zusammenschluss BID Sachsentor die Initiative „Bürger für Bergedorf“ gegründet hat.

Vorbild ist das Hamburger City-Management

Nach dem Vorbild des City-Managements der Hamburger Innenstadt will sie das Profil Bergedorfs als Großstadt in der Metropole schärfen. „Ich bin sehr optimistisch, dass das gelingt“, sagt Michael Solscher nach einem Monat voller Vorgespräche. „Es gibt aus allen Bereichen Begeisterung darüber, dass wir uns gerade in der Krise auf Bergedorfs Stärken besinnen und sie ausspielen wollen.“

Lutz Müller sieht die Initiative in einer Reihe mit der Umwidmung des Sachentors zur Fußgängerzone 1971, damals der zweiten in der Bundesrepublik, oder der Gründung des ersten deutschen BIDs 2005: „Diesen innovativen Geist gilt es, genau jetzt neu zu beleben – gesteuert durch ein hoch qualifiziertes Management, das unabhängig agiert und weder der Politik noch der Verwaltung untergeordnet wird.“ Ziel sei, die vielen im Bezirk erfolgreichen Projekte zu koordinieren, zu ergänzen und so Bergedorf zukunftsfähig zu machen.

Zahlreiche Persönlichkeiten und Institutionen sind dabei

Nach Überzeugung der drei Initiatoren, die bereits 15 weitere Persönlichkeiten und Institutionen auf ihrer Seite wissen, hat Bergedorf mit seinen 130.000 Einwohnern die ideale Größe, um als Vorbild für andere Städte zu dienen, die nach Wegen aus der Krise suchen. Aktuell werden von „Bürger für Bergedorf“ gerade die Kontakte zur Politik geknüpft.