H4-Hotel hat neuen Chef

Schon mal Angela Merkel und Thailands Prinzessin beherbergt

Christian Resetarits (38) ist neuer Chef im H4-Hotel an der Holzhude.

Christian Resetarits (38) ist neuer Chef im H4-Hotel an der Holzhude.

Foto: Thomas Voigt

Christian Resetarits (38) startet als neuer Chef im Bergedorfer H4-Hotel in einer turbulenten Zeit für Bergedorfs Hotellerie.

Bergedorf. Er ist aufgewachsen in Hamburg-Poppenbüttel, hat das Hotelfach in der Hamburger City gelernt und ist in dieser Branche schon zehn Jahre lang in der Welt herumgekommen: Christian Resetarits (38) führt seit Anfang dieses Monats das Bergedorfer H4-Hotel an der Holzhude.

Bergedorf „ein spannendes Gebiet“

„Bergedorf ist ein spannendes Gebiet für die Hotellerie“, sagt der Direktor, der gleichzeitig Chef im Hyperion-Hotel an der Amsinckstraße beim Berliner Tor ist. „Der Stadtteil wächst und pulsiert, und es sind ja auch Neugründungen geplant, das Centro-Hotel am Hafen und ein Tagungshotel.“

Für Merkel in Peking eine riesige Sicherheitszone

Für seinen Ausbildungsbetrieb Marriot ging Resetarits für ein Jahr nach Edmonton in Kanada, dann ins Kempinski in Peking, wo er auch einmal Angela Merkel beherbergte. „Da hat die deutsche Botschaft mehr als das halbe Hotel zur Sicherheitszone erklärt, ein unglaublicher Aufwand“, erinnert er sich.

Thailändisch kochen für die Prinzessin

Eine Menge Auftrieb gab es aber auch Jahre später im Palais Hansen in Wien, als dort eine thailändische Prinzessin zu Gast war. „Die Equipage mit Lkw-Ladungen von Gepäck – das ging ja alles noch“, meint er augenzwinkernd. „Aber einige unserer Köche mussten vorher sogar noch einen Fortbildungskursus in thailändischer Küche absolvieren, das war Bedingung für diesen Aufenthalt.“

Zittern und bangen beim G 20-Gipfel

Ein wenig mulmig wurde ihm im Sommer 2017 als stellvertretender Direktor des Grand Elysee am Hamburger Dammtor: „Beim G 20-Gipfel haben wir Vertreter von fünf Ländern beherbergt. Am zweiten Tag kam über soziale Netzwerke eine Androhung der Gewalttäter, auch bei uns Randale zu machen. Das ist dann aber zum Glück nicht passiert.“

Corona-Einbruch bei den Geschäftsreisen

Dass sein Start in Bergedorf im Corona-Sommer nicht gerade eine Zeit des Zuckerschleckens ist, will Christian Resetarits nicht verheimlichen: „Die frühere Auslastung ist noch längst nicht wieder erreicht, nicht in Hamburg und noch weniger in Bergedorf. Das H4 in Bergedorf liegt derzeit weit unter dem Vorjahresniveau.“ Dabei gibt es den größeren Rücksetzer nach seinen Worten nicht mehr bei den touristischen Gästen, sondern bei den Geschäftsreisenden: „Viele Unternehmen fahren coronabedingt noch Sparkurs, streichen Dienstreisen. Und, noch schlimmer: Einige haben in den vergangenen Monaten festgestellt, dass sie auch ohne Dienstreisen auskommen, und lassen es nun ganz.“ Für Lichtblicke bei der Hotellerie sorgen dagegen die Hamburg-Touristen: „Sie kommen wieder, und zwar täglich mehr, weil ja immer noch kaum jemand ins Ausland reist. Mit dem H4 in Bergedorf haben wir da eine besonders gute Lage mit Autobahn-Anbindung zur Ostsee. Aber auch Hamburg mit seiner Hafen-City und Elbphilharmonie lockt die Menschen, auch wenn sie noch nicht wieder ins Musical oder auf den Fischmarkt können.“ Entsprechend habe sich die frühere Gästeverteilung zwischen Dienstreisenden und den Touristen stark gewandelt.