Bergedorf

153 Radfahrer innerhalb von nur dreieinhalb Stunden erwischt

Fahrradkontrolle Alte Holstenstraße / Ludwig-Rosenberg-Ring

Fahrradkontrolle Alte Holstenstraße / Ludwig-Rosenberg-Ring

Foto: Ulf-Peter Busse

Bei Rot über die Ampel, auf der falschen Straßenseite unterwegs - das wird für die ertappten Verkehrssünder in Bergedorf nun teuer.

Lohbrügge. Bergedorfs Radfahrer sind rücksichtslose Rüpel – oft allerdings unbeabsichtigt. Diesen Eindruck legt das Ergebnis der Großkontrolle durch Bergedorfs Verkehrspolizei nahe, die am Dienstag innerhalb von nur dreieinhalb Stunden stattliche 153 Ordnungswidrigkeiten feststellte. In 94 Fällen wurden Verwarngelder bis 55 Euro verhängt, 17 Radler müssen wegen der Missachtung roter Ampeln sogar Bußgelder bis 100 Euro zahlen – und haben jetzt einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

„Mich wundert das Ergebnis nicht“, sagte Bergedorfs Verkehrspolizei-Chef Axel Kleeberg gestern nach einer ersten Analyse der Zahlen. „Viele Radler unterschätzen die Gefahren, wenn sie etwa auf dem Fußweg unterwegs sind oder auf der verkehrten Straßenseite fahren. Es ist kein Zufall, dass laut Verkehrsstatistik schon seit Jahren mehr als 50 Prozent aller Unfälle von Radfahrern verursacht werden.“

Geschwindigkeiten der Radfahrer steigen

Und die Tendenz steigt, was Kleeberg nicht allein in der wachsenden Zahl der Radfahrer begründet sieht: „Die Geschwindigkeiten steigen deutlich, vor allem durch die E-Bikes. Gleichzeitig ist vielen Radlern unbekannt, dass sie sich wie Autofahrer verhalten müssen, also nicht einfach auf den Gehweg wechseln dürfen, um dann über die Grün zeigende Fußgängerampel zu rauschen.“

Insgesamt 13 Polizisten beteiligten sich an der Bergedorfer Großkontrolle, die eine von insgesamt vier im Hamburger Stadtgebiet war. Die Beamten, teils Mitglieder der Polizeifahrrad-Staffel Süd, waren in der Fußgängerzone Sachsentor und am Mohnhof unterwegs. Vor allem kontrollierten sie aber einen der wichtigsten Radfahrer-Knoten des Bezirks, die Kreuzung Ludwig-Rosenberg-Ring/Alte Holstenstraße direkt am Eingang der Lohbrügger Fußgängerzone vor Marktkauf.

17 Radler fuhren bei Rot über die Ampel

Insgesamt erwischten sie in der Kontrollzeit am Vormittag 17 Radler, die bei Rot über Ampeln fuhren. Jeweils 34 Radfahrer wurden gestoppt, weil sie Radweg oder Radfahr-Schutzstreifen auf der falschen Straßenseite benutzten oder durch die Fußgängerzone fuhren. Weitere 24 traten auf den Fußwegen in die Pedale, zwei telefonierten während der Fahrt. Hinzu kamen 42 Radler, die wegen nur kurzer Verstöße, wie dem Ausrollen auf dem Fußweg, mit Gesprächen davonkamen.

„Wenn wir die Radfahrer auf ihre Verstöße hinwiesen, zeigten sich die meisten einsichtig“, sagt Kleeberg. „Vielen ist nicht klar, dass Verkehrsverstöße mit dem Rad keine Kavaliersdelikte sind.“