Mehrwertsteuersenkung

Was von heute an in Bergedorf billiger wird

Ein Kassenzettel mit dem reduzierten (7 Prozent) und dem regulären Mehrwertsteuersatz (19 Prozent) liegt auf einem Tisch. Die Mehrwertsteuer wird nach einem Beschluss des Bundestags für ein halbes Jahr von 19 auf 16 Prozent gesenkt.

Ein Kassenzettel mit dem reduzierten (7 Prozent) und dem regulären Mehrwertsteuersatz (19 Prozent) liegt auf einem Tisch. Die Mehrwertsteuer wird nach einem Beschluss des Bundestags für ein halbes Jahr von 19 auf 16 Prozent gesenkt.

Foto: Oliver Berg / dpa

Die Absenkung der Mehrwertsteuer soll die Kauflaune heben. Vieles wird ein wenig billiger. Doch nicht alle Unternehmen ziehen mit.

Bergedorf. Lebensmittel, Bekleidung, Benzin, Einrichtungsgegenstände – all das soll es in den kommenden sechs Monaten in Bergedorf und in ganz Deutschland ein bisschen günstiger als bisher geben. Am heutigen Mittwoch tritt eine vom Bundestag und Bundesrat beschlossene Absenkung der gesetzlichen Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent in Kraft. Der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent wird auf 5 Prozent abgesenkt, ebenfalls zeitlich begrenzt bis zum Jahresende.

Tatsächlich werden die meisten Waren und Dienstleistungen dann ein paar Prozent billiger. Denn die meisten Anbieter haben angekündigt, den Preisvorteil an ihre Kunden weiterzuleiten. Einige Discounter und einige Möbelhäuser werben schon seit Tagen damit, die Reduzierung durch den Fiskus sogar noch um ein paar weitere Prozentpunkte zu toppen.

Edeka-Händler sieht Vorteil allein beim Kunden

Auch Edeka-Händler Jan Nöhring aus Neuallermöhe sieht den Vorteil der Steuersenkung allein beim Kunden: „Wir folgen damit der Empfehlung aus dem Hause Edeka, und auch in unserer Werbung sind diese neuen Preise ja einheitlich veröffentlicht. Sie gelten sogar schon seit Anfang der Woche.“ Der Ausdruck der neuen Etiketten allerdings ist für ihn und sein Team eine Menge Arbeit: „Ich ärgere mich schon sehr darüber, dass ich nicht schon längst auf elektronische Etiketten umgestellt habe.“

Spürbarer als beim täglichen Einkauf wird der Unterschied bei größeren Anschaffungen. Möbelhändler Hendrik Marks warnt aber vor zu hohen Erwartungen: „Immer zum Sommer kommen unsere neuen Preislisten, und diesmal werden die jährlichen Erhöhungen mit der kleineren Mehrwertsteuer gegengerechnet. Es sind ja effektiv nur 2,5 Prozent Nachlass, also etwa statt 1190 Euro dann 1160 Euro.“ Bei Deko-Ware setzt er die Preise von morgen an aber um 5 Prozent runter.

Auch die meisten Energieversorger werden billiger

Modehändlerin Martina Willhoeft zieht künftig an der Kasse runde 3 Prozent auf nicht reduzierte Ware ab. „Jedes Stück neu auszupreisen, das kann unser kleines Team nicht leisten.“ Sie hofft, dass der Rabatt die Kauflaune der Bergedorfer ein wenig ankurbelt.

Billiger wird auch der Sprit an der Tankstelle. „An den Zapfsäulen herrscht harte Konkurrenz um jeden Autofahrer“, sagt Alexander von Gersdorff, Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbands. „Da kann sich keine Marke leisten, den Steuervorteil selbst einzustreichen.“ Weitere Preisfaktoren blieben aber der aktuelle Öl- und Produktpreis und die regionale Situation.

Auch die meisten Energieversorger werden billiger. „Wir senken zwar nicht die Abschlagsbeträge, aber wir veranschlagen in der Jahresabrechnung fürs zweite Halbjahr 16 Prozent“, sagt Nicole Buschermöhle von Hamburg Energie.

Allein die von der Corona-Krise schwer gebeutelte Gastro-Branche muss passen, hier wird der Mehrwertsteuersatz von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Block-House-Geschäftsführer Stefan von Bülow: „Wir müssten wegen der Abstandsregelungen die Preise eigentlich anheben und wollen das vermeiden. Da ist es uns nicht möglich, die Steuerabsenkung an unsere Gäste weiterzugeben.“