Zukunftskonzept

50 Millionen Euro für die Bergedorfer City gefordert

NDR-Dreh mitten im Sachsentor: Der Bergedorfer Immobilienexperte und Grundeigentümer Hans-Helmut Willers beantwortet vor laufender Kamera die Fragen von NDR-Fernsehautorin Lisa Hentschel zu den Leerständen in Bergedorfs Zentrum.

NDR-Dreh mitten im Sachsentor: Der Bergedorfer Immobilienexperte und Grundeigentümer Hans-Helmut Willers beantwortet vor laufender Kamera die Fragen von NDR-Fernsehautorin Lisa Hentschel zu den Leerständen in Bergedorfs Zentrum.

Foto: Ulf-Peter Busse

Immobilienexperte Hans-Helmut Willers führt NDR-Filmteam durchs Sachsentor – und fordert Unterstützung des Senats gegen Leerstände.

Bergedorf. Die hässlichen Seiten der Bergedorfer Einkaufsstraßen kommen morgen ins Fernsehen: „Leerstand“ hat Autorin Lisa Hentschel ihren Beitrag überschrieben, für den sie gestern samt Kamerateam im Sachsentor unterwegs war. Das Ergebnis ist morgen ab 19.30 Uhr im „Hamburg Journal“ des NDR-Fernsehens zu sehen – zusammengeschnitten auf rund drei Minuten.

Hans-Helmut Willers – Motor und Kritiker des BID Sachsentor

Gesprochen hat Lisa Hentschel mit diversen Bergedorfern, darunter Händler, Passanten, CCB-Manager Lutz Müller und Hans-Helmut Willers, Inhaber der Willers’schen Kate. Der Immobilienexperte war ab 2005 Motor der Gründungsjahre der Grundeigentümer-Initiative BID Sachsentor – und später einer ihrer Hauptkritiker.

„Bergedorf findet in den Köpfen der Hamburger nicht statt“

Der heute 70-Jährige hatte den Besuch des NDR-Teams angeregt, um die Probleme der Bergedorfer City einem breiten Publikum bis hinauf zum Hamburger Senat zu präsentieren: „Bergedorf findet in den Köpfen der Hamburger nicht statt, dabei verfügt es über die einzige echte Altstadt-City der Metropole, die die Kriege und sogar die Stadtplanung der 60er-Jahre einigermaßen unbeschadet überlebt hat.“ Architektonisch gebe es eine echte Quartiersszenerie mit viel Charme und Treffcharakter. „Aber es wird nichts daraus gemacht. Statt ein Zukunftskonzept zu schreiben, bleibt es beim Klein-Klein. Bergedorf rutscht trotz Bevölkerungswachstum zur Schlafstadt ab.“

Professionelles City-Management gefordert

Willers fordert deshalb ein Konjunkturprogramm des Senats für Bergedorf mit professionellem City-Management, umfangreichen Aktionen, massiver Werbung und millionenschweren baulichen Aufwertungen. Gesamtvolumen: 50 Millionen Euro, verteilt auf zehn Jahre.

Vorbild: Senatsprogramm für die Hamburger Innenstadt

Ein Vorschlag, der Bezug nimmt auf das Handlungskonzept „Innenstadt – Perspektive 2020-2030“, das der Senat in ähnlichen Dimensionen und unter Federführung der Stadtentwicklungsbehörde gerade für die Hamburger City aufgelegt hat. Was Willers ärgert: Andere Zentren der Stadt gehen leer aus.

Hilfe, bevor die Folgen des Corona-Lockdowns sichtbar werden

Für den Experten ist es wichtig, große Handelsketten wie P&C, Douglas oder Fielmann zu ihrer Einschätzung von Bergedorf zu befragen, ebenso das Wissen großer Maklerbüros, und City-Manager einzuholen, um die Zukunft des Sachsentors zu planen – auch nach einem möglichen Aus für Karstadt und gerade jetzt, wo die Folgen des Corona-Lockdowns die Innenstädte bundesweit verändern werden.

CCB-Manager: „Richtiger Augenblick für Konjunkturpaket“

Lob für diese Ideen bekommt Hans-Helmut Willers von CCB-Manager Lutz Müller: „Es ist der richtige Augenblick, weil schon jetzt die Leerstände sichtbar sind. Kommen wir mit einem Konjunkturpaket erst in fünf Jahren, wird es viel schwieriger, das Ruder herumzureißen.“ Die 50 Millionen Euro schocken Müller nicht: „Wer viel fordert, hat Chancen, zumindest einiges davon zu bekommen.“ Und Bergedorf sei durch seine Kaufkraft plus Bevölkerungswachstum ein guter Standort für Investitionen in die Zukunft.