Johann-Meyer-Straße

Carsharing: Auf diesem Platz will keiner stehen

Häufiges Bild: Der Parkplatz für Carsharing-Pkw auf dem Parkdeck am Bahnhof ist kaum besetzt. Dafür wird die Johann-Meyer-Straße von solchen Fahrzeugen zugeparkt.

Häufiges Bild: Der Parkplatz für Carsharing-Pkw auf dem Parkdeck am Bahnhof ist kaum besetzt. Dafür wird die Johann-Meyer-Straße von solchen Fahrzeugen zugeparkt.

Foto: Jan Schubert

Anwohner-Ärger über zugeparkte, öffentliche Parkplätze. Möglicherweise ist der Hinweis auf die switchh-Fläche zu klein.

Lohbrügge.  Häufig, wenn Harriet de Lannoy mit ihrem Mann mit dem eigenen Pkw vom Einkaufen in ihre Wohnadresse Johann-Meyer-Straße einbiegt, steigt nach wenigen Metern der Ärger. Wo ist nur ein freier Parkplatz? Es ist nicht allein die Tatsache, dass die insgesamt 38 öffentlichen Parkplätze (inklusive fünf Ein-Stunden-Parkplätze und zwei Plätzen für E-Autos) in Bahnhofsnähe schnell besetzt sind. Noch ärgerlicher wird es dadurch, dass Fahrzeuge des Carsharing-Unternehmens „Share Now“ viele Stellflächen blockieren – obwohl nur wenige Meter entfernt 15 Parkplätze auf dem Parkdeck neben dem Bahnhof extra fürs Carsharing frei gehalten werden.

Aber diese sind zumeist verwaist. „Es kann doch nicht sein, dass öffentlicher Parkraum blockiert wird und fünf Meter weiter alle reservierten Parkplätze für Leihwagen frei sind“, kritisiert die 28-Jährige im Namen mehrerer Anwohner. Sie hat ihren Unmut über Wochen mit Handy-Fotos dokumentiert. Vor allem die Ein-Stunden-Stellplätze seien selten verfügbar. „Zu Spitzenzeiten stehen entlang der Johann-Meyer-Straße bis zu 15 Leihautos.“ Sie beobachte fast jeden Tag, dass Carsharing-Autos abgeschleppt würden.

Falschparken mit dem Leihauto: ein teures Vergnügen

Die hochschwangere Lohbrüggerin will sich das nicht länger gefallen lassen. Sie schrieb „Share Now“ an und schickte ihre Beweisfotos mit. Und der Kundenservice antwortete: Es sei sehr bedauerlich, „dass sich unsere Kunden nicht an die Parkregeln halten“. Grundsätzlich würden, wenn Polizei oder Ordnungsamt den Parkverstoß dem Unternehmen melden, die Mitglieder informiert.

Dem Bundesverband Carsharing zufolge kann das Falschparken von Carsharing-Autos richtig teuer werden. Müssen „Share Now“ und Konsorten eigene Fahrzeuge selbst umparken, werden schon mal 50 Euro fällig. Weil Knöllchen-, Abschlepp- und pauschale Bearbeitungsgebühren an den Kunden weitergereicht werden, wird die Ordnungswidrigkeit noch kostspieliger.

Hinweistafel auf Höhe der Polizeiwache?

Dabei wäre das alles direkt neben dem Bahnhof überhaupt nicht nötig: Der „switchh“-Punkt auf dem Parkdeck an der Johann-Meyer-Straße 56 ist exklusiv für Nutzer von Share Now, Cambio und StadtRad eingerichtet und der einzige im Bezirk Bergedorf. In Hamburg gibt es insgesamt 72 davon.

Harriet de Lannoy hat eine leichte Verbesserung festgestellt. Sie hätte, damit fairer geparkt wird, einen Vorschlag: Aus ihrer Sicht würde ein größeres Hinweisschild auf „switchh“ etwa schon auf Höhe des Polizeikommissariats 43 weiterhelfen. „Es ist ja nur ein Mini-Schild an der Parkpalette angebracht, das ist leicht zu übersehen.“