Himmelfahrt

Vatertag der anderen Art - Bergedorfs Polizei zufrieden

Trotz der Corona-Pandemie war auch an Himmelfahrt 2020 der Anleger neben dem Zollenspieker Fährhaus ein beliebtes und sehr frequentiertes Ausflugsziel.

Trotz der Corona-Pandemie war auch an Himmelfahrt 2020 der Anleger neben dem Zollenspieker Fährhaus ein beliebtes und sehr frequentiertes Ausflugsziel.

Foto: Jan Schubert

Am Deich, beim Minigolf, auf der Schlosswiese – es war viel los am Himmelfahrtstag. Die Polizei hatte aber mit Ausflüglern keine Mühe.

Bergedorf/Zollenspieker. Das machen die „Astra Devils“ Jahr für Jahr so – immer am Vatertag, auch in unruhigen Zeiten: Morgens um 10 Uhr braust die fünfköpfige Motorroller-Truppe aus Dannenberg zu ihrer Tour los. Mittagsziel: der Anleger am Zollenspieker Fährhaus. „Das Matjesbrötchen ist Pflicht“, sagt Frank Löter. Leckeres inmitten der Corona-Krise.

Löter und seine Freunde genießen ihren Snack auf dem Deich – mit Mindestabstand. Um sie herum brummen Motorräder, flitzen Rennräder vorbei, erholen sich andere Pausierende. Es ist fix was los, aber alle versuchen, Abstand zu halten. Und nicht ein Bollerwagen mit grölenden Männern ist zu sehen oder zu hören. Frank Löter: „In den vergangenen Jahren haben immer Jungs schräg hinter uns gesessen und ihre Musik laut aufgedreht.“ Die würden zwar dieses Jahr fehlen, „dennoch hätte ich nicht so viele Leute hier erwartet“.

Die Rücktour der Rollerfans ins Wendland wird mit der Fähre eingeleitet. Daheim, auch das lassen sich die Männer trotz Corona nicht nehmen, wird der Grill angeschmissen – und auch das erste Bier in der „Astra-Lounge“geöffnet.

Minigolf-Pächter zitterte bis Mittwochnachmittag

Ein paar Meter näher zum Wasser genießt Adrian Heger mit Freundin und zwei Freunden im Biergarten des Fährhauses Erfrischungsgetränke und Lunch. Sie haben zur Mittagszeit vier von insgesamt 152 verfügbaren, aber längst nicht besetzten Sitzplätzchen gefunden. Das Quartett kommt aus Hamburg mit dem Rad und macht Zwischenstopp: „Im Biergarten wirkt dieser Feiertag dann schon fast normal“, sagt der gebürtige Bergedorfer Heger, „alles ist superentspannt“.

Alles andere als entspannt war zuletzt Jan-Christian Meinz, Pächter der Minigolfanlage am Schillerufer. Wegen der Corona-Beschränkungen durfte Meinz in diesem Jahr bisher noch gar nicht öffnen, zitterte auch um den Start zu Himmelfahrt, wofür er extra 80 Liter Bier eingekauft hatte. Am Mittwochnachmittag um 16 Uhr kam der erlösende Anruf aus dem Gesundheitsamt. Meinz atmet durch und blickt zufrieden auf die Anlage: „Zehn Gruppen dürfen maximal auf den Platz. Abstand halten ist ohnehin die Maxime.“

Polizei lobt große Disziplin

Genau darauf und insgesamt auf die Einhaltung der Corona-Regeln achteten gestern Beamte der Bergedorfer Polizei an den Treffpunkten im Bezirk. Auf der Schlosswiese, normalerweise einer der Hotspots am Vatertag, verlieren sich am Nachmittag nur wenige Kleingruppen. Bei einer gemütlich Bier trinkenden Gruppe schreitet eine Streife der Polizei kurz ein und setzt die drei Männer und eine Frau etwas weiter auseinander. „Egal, ob an Badeseen, in der Boberger Niederung oder hier im Park: Alle verhalten sich sehr diszipliniert“, lobt ein Beamter. Auch am Abend es vonseiten der Polizei: Keine besonderen Vorkommnisse.