Bergedorf

Neues Stufen-Hochbeet sucht Jugendgruppe als Paten

Fionna Uphues (v. li.), Jan Fricke, Tischlerin Katrin Trede und Hartmut Baden montieren das vierteilige Hochbeet auf dem Urban-Gardening-Gelände am Schillerufer.

Fionna Uphues (v. li.), Jan Fricke, Tischlerin Katrin Trede und Hartmut Baden montieren das vierteilige Hochbeet auf dem Urban-Gardening-Gelände am Schillerufer.

Foto: Thomas Voigt

Ein weiteres Gemüsebeet auf dem Urban-Gardening-Gelände am Schillerufer in Bergedorf kann in Betrieb gehen.

Bergedorf.  Die Bergedorfer Tischlerin Katrin Trede und drei Mitglieder der örtlichen Transition-Initiative „Bergedorf im Wandel“ haben gestern im Schillergarten die Holzrahmen eines vierteiligen Hochbeetes montiert.

„Die 1000 Euro stammen aus einem der beiden Klimazeichen-Preise, die wir beim Bezirk im letzten Sommer gewonnen haben“, sagt Hartmut Baden von „Bergedorf im Wandel“. Einen weiteren Klimazeichen-Preis gab es für die beiden Lastenfahrräder, die die Initiative in Kooperation mit der Radstation am Bahnhof zum Verleih anbietet. Ein drittes soll in wenigen Wochen bereitgestellt werden.

Kinder- oder Jugendgruppe gesucht

„Für dieses neue Hochbeet suchen wir eine Patenschaft mit einer Kinder- oder Jugendgruppe“, sagt „Bergedorf im Wandel“-Vorstand Melanie Sarnow. Durch die unterschiedlichen Höhen der quadratischen Segmente zwischen 40 und 80 Zentimetern sei es möglich, dass Kinder unterschiedlichen Alters dort gärtnern können. Interessenten melden sich unter Telefon 0160 /62 36 84 9 oder mailen an die Adresse bergedorfimwandel@gmx.de.

Von der Aussaat bis zur Ernte

„Viele Kinder haben wegen ihrer familiären Lebenssituationen im städtischen Gebiet nicht die Möglichkeit, den Anbau von Lebensmitteln von der Aussaat bis zur Ernte direkt mitzuverfolgen“, meint Melanie Sarnow. „Bei unseren Kontakten im Schillergarten sehen wir, dass Kinder sehr interessiert und fasziniert davon sind“, ist ihre Erfahrung.

Bildungsraum Schillergarten will Übergewicht vorbeugen

Der Schillergarten bietet mit Barfußpfad, Bienennisthilfen, Kräuterspirale, Wildblumen- und Gemüsebeeten vieles zu entdecken. Dahinter stecken Umweltthemen wie Artenvielfalt für Pflanzen und Insekten, saisonale und regionale Pflanzenarten, ökologischer Anbau, bewusster Konsum. Daher ist der Garten auch Bildungsraum. „Kinder lernen ganz praktisch Dinge wie Anbauzyklus und Pflege“, beschreibt Melanie Sarnow. „Sie lernen gesunde Lebensmittel kennen, was angesichts der steigenden Zahl von übergewichtigen Kindern ratsam ist. Mit der Hochbeet-Patenschaft möchten wir einer Kindergruppe Raum in unserem Garten geben und die Rahmenbedingungen für Umweltbildung stellen.“

Unten Insekten, oben Gemüse

Nach Angaben von Jan Fricke sollen auf den neuen Hochbeeten Salat, Kohl, Zucchini, Radieschen, Spinat und Mangold angebaut werden: „Auf Bodenhöhe bauen wir eher Blumen und Nisthilfen für Insekten an, das Gemüse kommt eher auf die Hochbeete, weil da die Hunde nicht so leicht herankommen“, erklärt der ökopolitisch ambitionierte Gärtner.

Derzeit keine Sonntags-Treffen

In der Corona-Zeit müssen auch die regelmäßigen offenen Gartentreffen sonntags im Schillergarten ausfallen. Notwendige Arbeiten wie die Bewässerung werden von Einzelpersonen erledigt und sind aufs Nötigste beschränkt.