Volkshochschule

Neue Leiterin, viele Ideen: Bergedorfs VHS im Umbau

Angelika Ruiz Merino (links) und Dagmar Hanke vor der Baustelle am Hintereingang des VHS-Hauses.

Angelika Ruiz Merino (links) und Dagmar Hanke vor der Baustelle am Hintereingang des VHS-Hauses.

Foto: Anne Strickstrock / BGZ / Anne Strickstrock

Bald erreichen auch Rollstuhlfahrer das Atelier an der Leuschnerstraße: Bis Oktober wird am Hintereingang ein Aufzug angebaut.

Lohbrügge. Als sie vor knapp 29 Jahren bei der VHS anfing, waren veganes Essen oder Pilates-Übungen noch längst nicht in Mode. „Nach dem Mauerfall waren zunächst viele Englisch-Kurse gefragt. Später kam der Schwerpunkt ‘Vom Plattenspieler zum iPad’ hinzu“, erinnert sich Dagmar Hanke, die zunächst als pädagogische Mitarbeiterin für die Sprachen zuständig war. 2005 übernahm sie die Regionalleitung und konzentrierte sich auf Kooperationen mit Haus im Park, dem „Haus brügge“ und dem KulturA in Neuallermöhe. Wenn die 65-Jährige jetzt in Rente geht, kann sie eine positive Bilanz ziehen: Die Anzahl der Kurse ist von 430 auf jetzt 720 gestiegen – inklusive der 20 Prozent, die in der Billstedter Außenstelle belegt werden.

Aufzug und Behindertentoilette

Angefangen hat sie mit einem Bauvorhaben: „2005 haben wir die sanitären Anlagen umgebaut“, sagt Hanke. Von 2010 bis 2013 kämpfte sie mit der nächsten Baustelle: Das Dach musste erneuert, der Haupteingang modernisiert werden. Ihrer Nachfolgerin übergibt sie nun die dritte Baustelle: Hinter dem Haus steht bis voraussichtlich Oktober ein Kran, mit dessen Hilfe ein Aufzug eingebaut wird. Künftig können also auch Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer das Atelier im Dachgeschoss erreichen, zudem wird es eine Behindertentoilette geben. „Das wird knapp eine halbe Millionen Euro kosten“, weiß Hanke.

Nachfolgerin setzt auf Online-Angebote

So kann Nachfolgerin Angelika Ruiz Merino hoffen, dass sich bald mehr als die zuletzt 6400 Bergedorfer anmelden. „Ich möchte die VHS-Region Bergedorf zukunftstauglich machen und die Menschen fragen, was und wie sie lernen wollen“, sagt die 49-jährige. Die Rahlstedterin setzt weiterhin auf Online-Angebote, denn „auch ältere Menschen suchen ihre Wanderrouten im Internet oder buchen Reisen online am Smartphone“. Und so gelte es, die digitale Marketingpräsenz auszubauen. Schon jetzt werde die VHS-Cloud als digitaler Klassenraum gut genutzt.

Ideen für das „Haus der digitalen Welt“

Dass die diplomierte Übersetzerin für spanische und arabische Sprache einen Faible für alles Digitale hat, zeigt sich auch daran, dass sie in der Projektplanung für das „Haus der digitalen Welt“ engagiert ist. Hier wollen – wenn ein citynaher Standort gefunden ist – VHS und Bücherhallen Schnupperkurse anbieten, so Ruiz Merino: „Man könnte da zum Beispiel mit dem ganzen Italienisch-Kursus kommen, gemeinsam kochen und dazu italienische Opern hören.“

Bis dahin aber will sie längst auch ähnliche Kurse im neuen Körber-Haus in Bergedorf anbieten – und möglichst alle 120 Kursusleiter kennengelernt haben. Und natürlich wird sich Ruiz Merino auch im „Bergedorfer Bildungsbündnis“ engagieren. Wie wichtig eine gute Vernetzung ist, hat sie sowohl an der Uni Hamburg gelernt, wo sie neun Jahre als Dolmetscherin arbeitete, als auch in der VHS-Mitte, wo sie im Oktober 2017 das Programm-Management übernahm.

Erste Kurse starten jetzt wieder

Zum Glück kann jetzt auch das Programm wieder starten – wenn auch nur mit maximal neun Menschen pro Kursus. Am 26. Mai heißt es „Vom Ton zum Topf“, kann sich für 62 Euro anmelden, wer dienstags von 18 bis 20.15 Uhr kreativ sein will. Donnerstags starten zwei Gitarrenkurse, hier stehen Lagerfeuermusik und Popsongs im Mittelpunkt. Und wer sich verspannt fühlt, bucht für den 7. Juni das Angebot „Feldenkrais für Nacken und Kiefer“, übt von 10 bis 14 Uhr für 29 Euro.

Auch für alle Outdoor-Angebote gelten die üblichen Abstandsregeln: Am 7. Juni gibt es eine Stadtführung durch Bergedorf auf Italienisch, am 13. Juni können bis zu 18 Teilnehmer durch die Boberger Dünen walken. Anmeldungen sind online erwünscht: www..vhs-hamburg.de.