Tagungsort

Ein „Kino“ in der HAW – für Zuschauer der Bezirkspolitik

Hier in der geräumigen Lohbrügger Hochschule tagen demnächst die Bezirkspolitiker - Zuhörer sollen per Bildschirm den Debatten folgen können.

Hier in der geräumigen Lohbrügger Hochschule tagen demnächst die Bezirkspolitiker - Zuhörer sollen per Bildschirm den Debatten folgen können.

Foto: Foto / NEWS & ART

Erstmals nach der Zwangspause tagt das Gremium wieder – aus Abstandsgründen in der Hochschule. Auch für Zuhörer wird es ungewöhnlich.

Lohbrügge. Die Bezirksversammlung tagt wieder – 91 Tage nach der Februarsitzung an einem ungewöhnlichen Ort unter ungewöhnlichen Bedingungen. Details präsentierten Bezirksamtschef Arne Dornquast und Verwaltungsdezernent Ulf von Krenski im Hauptausschuss. Demnach wird das Parlament sowohl am 28. Mai als auch am 18. Juni in einem Hörsaal der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) zusammenkommen. Sogar die Öffentlichkeit hat eine Chance, dabei zu sein.

Abstandskonzepte für die Fraktionen

Die Sitzung wird im Hörsaal 0.43 im Bereich des Eingangs Ulmenliet stattfinden. Dieser bietet 250 Sitzplätze. Ulf von Krenski, der mit einem Verwaltungsteam und dem Präsidenten der Bezirksversammlung, Peter Gabriel (SPD), das „Ausweichquartier“ begutachtete, erläutert Hygiene- und Abstandskonzepte: „Es bleibt immer eine Sitzreihe frei, in den Reihen wird nur jeder dritte Platz besetzt.“ Angedacht ist zudem eine interfraktionelle Sitzordnung hintereinander, wahrscheinlich werden die sechs Fraktionsspitzen auf den vorderen Sitzbänken gegenüber Gabriel und seinen Stellvertretern Platz nehmen dürfen. So sollen alle 45 Mitglieder der Bezirksversammlung mit Abstand untergebracht werden. Das Bezirksamt will Mund-Nase-Masken sowie Desinfektionsmittel bereitstellen und auch Schilder für Ein- und Ausgänge anfertigen.

Im Foyer sind Zuhörer zugelassen

Es wird sogar einen Zuschauerbereich geben – nicht im Hörsaal, sondern im Foyer der HAW. Dort werden ein Bildschirm sowie Stühle – natürlich weit genug auseinander – platziert, sodass die Diskussion von dort live verfolgt werden kann.

Das ist auch der Clou: „Ein HAW-Mitarbeiter soll eine Art ,Kamerakind’ spielen und die Redner einfangen“, erklärt der Verwaltungsdezernent. Allerdings: Alle Politiker müssen noch ihr Einverständnis geben, dass die Übertragung ins Foyer auch erfolgen darf. Von Krenski: „Die Sitzung wird nicht gespeichert und auf keinem anderen Kanal, etwa über Online-Medien, übertragen.“

Ein Rednerpult gibt es nicht. Alle mündlichen Beiträge der Abgeordneten müssen vom Platz aus erfolgen, und das wird dadurch möglich, dass zwei weitere Helfer mit Mikrofonen im Hörsaal unterwegs sind.

Gäste stellen Fragen durch die Türöffnung

Robert Gruber (Linke) stellte die Frage, inwieweit eine öffentliche Fragestunde umsetzbar wäre. Auch hierfür hat die Verwaltung eine Lösung parat: Möglicherweise werde ein Mikrofon zur Eingangstür gereicht, Gäste müssten aus der Türöffnung ihre Anliegen vortragen.

Bezirksversammlungs- und Ausschusstermine (siehe Kasten) wurden vom Hauptausschuss wohlwollend aufgenommen, aber es gibt auch Unsicherheiten: „Ich kann es mir noch schwer vorstellen, vor allem, weil spontane Absprachen in der Fraktionen so unmöglich sind“, sagt Katja Kramer (SPD). „Prinzipiell ist das aber eine super Sache, weil auch der Eindruck entstand, dass wir politisch stillstehen.“

Wie es nach der politischen Sommerpause im August weitergeht, will Bezirksamtsleiter Arne Dornquast dann im Juli verkünden.