Lohbrügger Markt

Kreative Ideen für schwieriges Areal gesucht

Das Areal zwischen Lohbrügger und Sander Markt soll überplant werden. Das Hochhaus bleibt jedoch tehen.

Das Areal zwischen Lohbrügger und Sander Markt soll überplant werden. Das Hochhaus bleibt jedoch tehen.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Der Architektenwettbewerb für die Fläche des einstigen Edeka läuft. Coronabedingt muss die Jurysitzung aber auf Juni verschoben werden.

Lohbrügge. Das bisschen Corona-Verzögerung kann Timo Weiland nichts anhaben. Schließlich rechnet der Geschäftsführer der Baufeld GmbH frühestens damit, „dass wir im Herbst 2024 das Endergebnis einweihen können“. Es geht um das 2500 Quadratmeter große Grundstück am Lohbrügger Markt 4: Wie soll der Neubau, der auch die Haspa wieder aufnehmen wird, gestaltet werden? Ursprünglich hätten die fünf ausgewählten Architekturbüros am 6. April ihre Vorschläge vorstellen sollen, hätte am 5. Juni die Jury-Sitzung getagt. Auf ein paar Wochen aber kommt es nicht an.

Bürger dürfen mit entscheiden

Nun werden sich die Preisrichter am 5. Juni zum Zwischen-Kolloquium treffen. Neben dem Investor sind Bergedorfs Baudezernat, Hamburgs Oberbaudirektor und die Bezirksfraktionen dabei, dazu kommen drei vorab ausgeloste Bürger, die hinter die Kulissen gucken dürfen – und erstmal schweigen müssen. Denn wenn die Architekten jeweils zehn Minuten lang ihre Ideen präsentieren, geht es zunächst um die grobe Planung, so Weiland: „Wenn einer mit 30 Stockwerken plant, müsste man ihm schon sagen, dass wir in Lohbrügge sind und nicht an den Elbbrücken. Es geht um die richtige Richtung, dann kann man ins Detail gehen.“

Wettbewerbspreis soll am 8. September vergeben werden

Gedanken machen sich die Architekten Lorenzen/Mayer aus Berlin und Kopenhagen sowie das Berliner Büro Robertneun, das Münchner bogevischs buero sowie die beiden Hamburger Schaltraum und Heyden/Hidde. Für den Wettbewerb stehen 130.000 Euro zur Verfügung, inklusive 40.000 Euro für den ausgelobten ersten Preis. Der soll dann am 8. September vergeben werden. Erst einen Abend vorher werden die Entwürfe auch der Öffentlichkeit vorgestellt, können Bürger ihre Kommentare abgeben, die noch in die Jury-Sitzung einfließen sollen.

„Ich hoffe auf kreative Ideen für das schwierige Grundstück“, sagt Timo Weiland, der neben Wohnungen auch Gastronomie und drei bis vier kleinere Ladenflächen anbieten will (derzeit ist eine weitere frei, weil Optiker Bode ausgezogen ist). Er wünsche sich etwas Hochwertiges, betont der Investor auch mit Blick auf die Gastronomie. Da es zum Lohbrügger Markt hin aber zu laut ist, nach hinten heraus eher die Schlafräume der Wohnungen liegen werden, favorisiert er einen überdachten Innenhof: „Das ist alles ein bisschen tricky, aber ich setze auf mindestens vier gute Lösungen bei dem Wettbewerb.“

Investition von etwa 20 Millionen Euro

Immerhin mehr als 20 Millionen Euro werden in den Neubau samt Tiefgarage investiert. Auch die angrenzende Flächennutzung – der Parkplatz vor den Saga-Häusern sowie ein Teil des Sander Marktes – soll langfristig in die städtebauliche Gestaltung einbezogen werden. Erste Hochrechnungen erwarten ein zweijähriges B-Planverfahren. „Wenn alles gut klappt, könnte im Herbst 2022 der Hochbau starten“, hofft Timo Weiland.