Umstrittenes Projekt

Problembaustelle Bergedorfer Tor: Plötzlich wird gebaggert

Bauarbeiten am Bergedorfer Tor gegenüber dem CCB.

Bauarbeiten am Bergedorfer Tor gegenüber dem CCB.

Foto: Jan Schubert

Doch ein geplantes Treffen zwischen Projektgesellschaft und der Bergedorfer Regierungskoalition könnte noch kurzfristig platzen.

Bergedorf. Während auf dem Gelände der Projektgesellschaft Bergedorfer Tor (PG BETO) ein wenig Betrieb herrscht, kommt auch in die verhärteten Standpunkte im Hintergrund offenbar Bewegung. Projektentwickler und Bezirkspolitiker wollen sich nach gegenseitigen öffentlichen Anschuldigungen – wir berichteten – Anfang nächster Woche zum konstruktiven Informationsaustausch über Bergedorfs prominenteste Baustelle verabreden. Platzen könnte diese Annäherung jedoch an einer Forderung aus der Politik.

Das virtuelle Treffen mit Karl-Friedrich Konietzky und Peter Appel, Geschäftsführer der Projektgesellschaft, sowie den Spitzen der Bergedorfer Regierungskoalition von SPD, Grünen und FDP ist als Video- oder Telefonkonferenz geplant. Jedoch stellt die Politik nach Informationen unserer Zeitung eine Bedingung: Auch das Bezirksamt soll bei dem Gespräch dabei sein, da es deckungsgleiche Standpunkte zum Thema Bergedorfer Tor mit der Koalition gebe.

Projektgesellschaft sieht „Fehlverhalten“ der Verwaltung

Damit kann sich Karl-Friedrich Konietzky nicht anfreunden, der ein „eindeutiges Fehlverhalten“ bei der Verwaltung sieht: „Wir hatten zuletzt mit Vertretern des Rechtsamts alle Positionen ausgetauscht. Es war kein Wille da, den Durchführungsvertrag im Hinblick auf eine Fristenverlängerung zu ändern und eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen.“

Deswegen platzte aus Sicht der PG BETO ein geplanter Baustart Anfang Mai. Seine Firma führe zudem aktuell einen Rechtsstreit mit Bezirksamtsleiter Arne Dornquast (SPD), ergänzt Konietzky. Ob das virtuelle Treffen wirklich stattfindet, bleibt also offen.

Derweil sind Bagger und Radlader auf der Baufläche unterwegs. Mittlerweile hat auch die PG BETO eine eigene Baustellenzufahrt von der Stuhlrohrstraße für ihren Bereich eingerichtet. Zudem werden Boden und Wege für ein bis zu 110 Tonnen schweres Betonpfahlgerät befestigt. Das kommt aber erst, wenn der Tiefbau wirklich beginnt.