Oberbillwerder

Mit Briefbox und Wurfsendung: Noch fehlen 451 Unterschriften

Jan Diegelmann und Katja Haack von der Dorfgemeinschaft Billwärder an einem Briefkasten für das Bürgerbegehren

Jan Diegelmann und Katja Haack von der Dorfgemeinschaft Billwärder an einem Briefkasten für das Bürgerbegehren

Foto: Thomas Voigt

Not macht erfinderisch. Die Zeit läuft der Dorfgemeinschaft Billwärder an der Bille e.V. und ihrer AG „Nein zu Oberbillwerder“ davon.

Bergedorf. Am Freitag, 15. Mai, müssen sie ihre Listen mit gesammelten Unterschriften gegen die
Errichtung des neuen Stadtteils Oberbillwerder zwischen Neuallermöhe und Billwerder Billdeich im Bezirksamt abgeben. Aber es fehlen noch 451 gültige Stimmen, damit das Bürgerbegehren den entscheidenden Schritt zum Bürgerentscheid schafft, bei dem die Bergedorfer per Urnengang über das Thema befinden. 2469 gültige Unterschriften sind im Rathaus an der Wentorfer Straße bereits registriert, insgesamt 2920 werden gebraucht.

Wegen Corona kein Infostand, keine Haussammlung

Doch das Unterschriftensammeln ist in Zeiten von Corona mühselig geworden. „Das Problem ist, dass uns wegen des Kontaktverbots das Sammeln von Unterschriften in bewährter, öffentlicher Form nicht mehr möglich ist“, sagt Jens Rosenberger von der Volksinitiative. Bisher war die Initiative auf Wochenmärkten, mit angemeldeten Info-Ständen im Sachsentor oder mit Sammelstellen wie beim „Hoflieferanten“ an die Bergedorfer herangetreten. Seit Mitte März fallen diese Möglichkeiten aber flach. Und der Einsatz von Unterschriftensammlern, die von Haustür zu Haustür gehen, wäre laut Rosenberger wegen der Ansteckungsgefahr unverantwortlich.

Sieben Briefkästen in der Boberger Niederung

Nun aber haben die Akteure zwei neue Wege ersonnen, in dieser und der nächsten Woche noch an die benötigten Autogramme zu kommen. Sie haben in der Boberger Niederung an zentralen Punkten sieben Briefkästen installiert, in die dort angehängte Unterschriftslisten gleich ausgefüllt und eingeworfen werden können. Mehr als 100 Unterschriften wurden hier seit Ostern schon eingeworfen. Nun ist noch geplant, einen weiteren Briefkasten in Bergedorf aufzustellen. Die Briefkästen werden mehrmals täglich geleert, kontrolliert und mit Blankolisten aufgefüllt.

Postwurfsendung an über 10.000 Haushalte

Noch mehr Rücklauf verspricht sich die Initiative von einer Postwurfsendung, die spätestens übermorgen an insgesamt 10.000 Bergedorfer Haushalte geht. Darin enthalten ist ebenfalls eine Unterschriftenliste, die von einer oder mehreren Personen ausgefüllt bis spätestens 13. Mai portofrei zurückgesendet werden kann. „Sie kann aber auch beim Hofladen Neun Linden am Billwerder Billdeich 480 oder direkt im Haus der Dorfgemeinschaft am Billwerder Billdeich 254 abgegeben werden. „Die Postwurf-Aktion hat uns mal eben mehrere Tausend Euro gekostet“, sagt Jan Diegelmann von der Dorfgemeinschaft. „Die Stiftung Billwerder hat uns bei der Finanzierung unterstützt. Aber nun soll die Sache bitte auch den gewünschten Erfolg haben.“ Etwa jede zehnte Unterschrift stammt von Bürgern, die nicht im Bezirk Bergedorf wohnen, und ist daher ungültig.