Konjunktur

Coronakrise macht mehr als 800 Bergedorfer arbeitslos

Die Folgen der Coronakrise sind jetzt deutlich auf dem Arbeitsmarkt spürbar.

Die Folgen der Coronakrise sind jetzt deutlich auf dem Arbeitsmarkt spürbar.

Foto: Martin Gerten / dpa

Monatsbilanz der Arbeitsagentur ist alarmierend. Quote schnellt auf 7,6 Prozent. 273.000 Hamburger in Kurzarbeit.

Bergedorf/Reinbek. Über 800 Arbeitslose mehr als im März, 950 mehr als im April 2019: Eine nach eigenen Worten „erschreckende Bilanz“ hat der Chef der Bergedorfer Agentur für Arbeit, Ulf Fock, gestern vorgelegt. „Der Arbeitsmarkt ist in Bergedorf und ganz Hamburg von der Coronapandemie massiv betroffen“, bedauert Fock bei der Präsentation der Daten für den Monat April.

Mit 5548 Personen ist die Arbeitslosenquote im Bezirk um 20,8 Prozent höher als vor einem Jahr. „Damit liegt Bergedorf unter den sieben Hamburger Bezirken an vierter Stelle und ist knapp besser als Hamburgs Durchschnittswert von 23,5 Prozent“, sagt Fock. Bergedorfs Arbeitslosenquote beträgt nun 7,6 Prozent (Hamburg: 7,3) im April 2019 waren es noch 6,4 Prozent (Hamburg: 6,0).

Kurzarbeit hat erheblich zugenommen

Einen Ansturm der Betriebe gab es auf Kurzarbeitergeld, hamburgweit mehr als 19.000 Anzeigen für etwa 273.000 Beschäftigte. „Dagegen gab es im ganzen vergangenen Jahr gerade mal 20 solcher Anzeigen“, erläutert Ulf Fock.

+++ Lesen Sie hier einen Kommentar von André Herbst zum Thema +++

Besonders betroffen sind – auch in Bergedorf – Gastronomie und Hotellerie. Restaurants sind seit Mitte März geschlossen, Hotels dürfen nur Geschäftskunden beherbergen. „Unser Haus ist seitdem geschlossen“, sagt Lars Wörpel, Chef des H4-Hotels an der Holzhude. Fast alle der 40 Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Im Hotel Sachsentor sind sieben von zehn Mitarbeitern betroffen, „Klangbar“-Chef Heiko Papke musste seine sieben 450-Euro-Kräfte nach Hause schicken.

Appell: Absolventen sollten Lehrstelle suchen

Indessen appelliert Fock an alle Schulabsolventen, sich um eine Lehrstelle zu bemühen: „Corona wird vorübergehen – und viele Ausbildungsplätze im August und September sind noch unbesetzt.“

In Stormarn ist die Arbeitslosenquote im April um 0,5 Punkte auf 3,7 Prozent gestiegen, die Zahl gegenüber dem Vormonat um 750 Menschen auf 4886. Im April 2019 lag die Quote noch bei 3,0 Prozent. Im Herzogtum Lauenburg liegt die aktuelle Arbeitslosenquote bei 5,5 Prozent (Vorjahr 4,6). In Stormarn haben 2137 Betriebe für gut 24.000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet.