LBS-Immobilienatlas

Haus- und Wohnungspreise haben erneut zugelegt

Bergedorfs teuerstes Pflaster: das Villengebiet. Hier wird der Quadratmeter für über 4000 Euro gehandelt.

Bergedorfs teuerstes Pflaster: das Villengebiet. Hier wird der Quadratmeter für über 4000 Euro gehandelt.

Foto: Thomas Voigt

Die Preise für Wohnimmobilien in Hamburg und im Umland sind auch 2019 noch einmal kräftig gestiegen.

Bergedorf.  Das geht aus dem jährlichen Immobilienatlas der Landesbausparkasse (LBS) hervor, den das Institut gestern veröffentlicht hat. Rund 13.500 Immobilien-Angebote aus dem zweiten Halbjahr 2019 wurden für die Studie ausgewertet.

Bestandswohnungen in Hamburg 12,7 Prozent teurer

Die höchsten Preissteigerungen auf durchschnittlich 5053 Euro pro Quadratmeter gab es für Bestandswohnungen in Hamburg mit 12,7 Prozent. Im Umland zogen die Preise um 10,1 Prozent an und liegen jetzt bei 2527 Euro. Bei etwa 3400 Euro liegt der Quadratmeterpreis in Bergedorf, Lohbrügge gehört zu den wenigen Hamburger Stadtteilen, die in diesem Marktsegment noch günstiger als 3000 Euro sind. Selbst im ehemals billigen Wilhelmsburg sind Wohnungen jetzt teurer als beispielsweise in Reinbek. Im Hamburger Umland aber liegen Wentorf und Aumühle mit 3284 Euro an der Spitze, auch Oststeinbek gehört mit mehr als 3000 Euro zu den fünf teuersten Umlandgemeinden. „Die teuersten Umlandorte liegen aber noch deutlich unter dem mittleren Hamburger Preisniveau“, unterstreicht LBS-Chef Jens Grelle den Mobilitätsvorteil von Käufern, die nicht auf den Standort Hamburg angewiesen sind.

Wentorf und Aumühle im Umland am teuersten

Bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser sind in Hamburg unter 2800 Euro pro Quadratmeter nicht mehr zu haben, der Durchschnittspreis liegt bei 4534 Euro. In Bergedorf und Lohbrügge kosten Bestandseigenheime knapp 3700 Euro pro Quadratmeter, in Neuallermöhe ist es mit rund 3300 Euro etwas günstiger. Zwischen 2900 und 3200 Euro liegen die Preise in den Vier- und Marschlanden. Im Umland liegt der Preis im Schnitt bei 2656 Euro pro Quadratmeter, auch hier sind Wentorf, Aumühle und Oststeinbek mit 3700 Euro oder teurer ganz vorn. In Reinbek werden 3270 Euro aufgerufen, Geesthacht und Schwarzenbek liegen mit 2650 Euro beim Umland-Mittelwert.

Kein Preiseinbruch wegen Corona

Freilich hat die aktuelle Coronakrise auch dem Immobilienmarkt einen Dämpfer verpasst. „Die Nachfrage bricht ein, weil viele Menschen sich von Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit bedroht sehen“, beschreibt Maklerin Katrin Eggers aus Börnsen die Situation. Zwar habe dies bislang nicht zu sinkenden Preisen geführt, bei länger anhaltender Krise dürfte das aber passieren. Kollegin Julia Bentin rät Kaufinteressenten, die geringere Zahl an Mitbewerbern für Kaufpreisverhandlungen zu nutzen. Verkaufswilligen Eigentümern empfiehlt Katrin Eggers, nach Möglichkeit das Ende Krise abzuwarten und das Angebot zu starten, wenn die Nachfrage sich stabilisiert hat.

Chancen auf Wunschobjekt gestiegen

Lars Seidel, Geschäftsführer Wohnen bei Grossmann & Berger, rechnet in den kommenden Monaten mit Preiskorrekturen nach unten wegen Corona – allerdings nur vorübergehend: „Hamburg bleibt eine attraktive Stadt mit viel Zuzug und einer hohen Nachfrage nach Wohnraum. Wegen des derzeit geringen Wettbewerbs haben Kaufinteressenten gerade jetzt gute Chancen, ihr Wunschobjekt zu bekommen.“ Dem „hohen Nachfrage-Überhang im Großraum Hamburg“ ist es auch laut LBS-Chef Grelle geschuldet, dass die Preise nicht drastisch fallen werden. Ebensowenig befürchtet der Experte ein steigendes Zinsniveau: „Die EZB wird am Niedrigzins festhalten, um die Folgen der Krise zu finanzieren.“