Viruskrise

Bergedorfer Corona-Testzentrum vor dem Start

So wird nur wenig Schutzausrüstung verbraucht: Eine Ärztin nimmt einen Abstrich bei einer Patientin, die mit ihrem Pkw an einem Drive-in für Corona-Tests steht.

So wird nur wenig Schutzausrüstung verbraucht: Eine Ärztin nimmt einen Abstrich bei einer Patientin, die mit ihrem Pkw an einem Drive-in für Corona-Tests steht.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Vermutlich ab Mitte kommender Woche können in Bergedorf die Coronatests beginnen. Zahl der Erkrankten und Toten steigt.

Bergedorf.  Bergedorfs Hausärzte brauchen in der Coronakrise dringend Entlastung. Wie berichtet, ist Schutzausrüstung Mangelware, arbeiten viele Praxen an der Belastungsgrenze. Dringende Abhilfe könnte das viel diskutierte Bergedorfer Corona-Testzentrum schaffen. Es wird nun vermutlich Mitte kommender Woche seinen Betrieb aufnehmen, möglicherweise bereits am Dienstagnachmittag. Es wäre einzigartig in Hamburg.

Das Testzentrum ist ein Gemeinschaftsprojekt. Gregor Brinckmann, Allgemeinmediziner am Reetwerder und Vorstandsmitglied im Hamburger Hausärzteverband, hat es zusammen mit der Bethesda-Anästhesie-Chefärztin Anita König entwickelt und per Rundmail seinen etwa 70 Bergedorfer Kollegen vorgestellt. Inzwischen sind auch das Gesundheitsamt und ein Projektentwickler im Boot, der kostenlos Räume zur Verfügung stellen kann.

Schutzkleidung und Material organisieren

Vergangenes Wochenende hatte Brinckmann, wie berichtet, diverse Gespräche geführt, damit der genaue Standort, das Lager für Tests und Schutzkleidung sowie natürlich das Material organisiert werden können. „Alle haben Bestellungen laufen. Ich hoffe sehr, dass zumindest einige ankommen – und teils ans Testzentrum weitergereicht werden“, sagte Brinckmann. Laut Bergedorfs Amtsarzt Dr. Jürgen Duwe wolle auch die Gesundheitsbehörde unterstützen.

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) hatte bereits seit Längerem den Aufbau von sieben dezentralen Testzentren – eines pro Bezirk – angekündigt. Ursprünglich hätten sie der Ankündigung zufolge schon am vergangenen Sonntag ihre Arbeit aufnehmen sollen. Doch daraus ist bisher nichts geworden. Die Hamburger Krankenhausgesellschaft hatte zuletzt kritisiert, man sei noch gar nicht im Gespräch über den Aufbau der Einrichtungen – dem widersprach die Gesundheitsbehörde.

Zwei Menschen in Bergedorf gestorben

Unterdessen wurde seit Freitag in Hamburg bei weiteren 176 Personen eine Infektion mit Sars-CoV-2 nachgewiesen, damit steigt die Zahl der an Covid-19 Erkrankten in der Stadt auf 1935. 127 Infizierte müssen in Krankenhäusern behandelt werden, davon zeigen 36 so schwere Symptome, dass sie intensivmedizinisch betreut werden müssen.

Vier Menschen sind in Hamburg im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung inzwischen gestorben, darunter zwei in Bergedorf. In unserem Bezirk stieg die Zahl der mit dem Virus Sars-CoV-2 infizierten Menschen gegenüber der Vorwoche um 42 auf 78 an.