Grosser Andrang

Bethesda meldet sich für neue Corona-Patienten ab

Notaufnahme-Chefarzt Dr. Hanns Bredereke-Wiedling schickt erkannte Corona-Fälle vor der Einlieferung ins Bethesda nun an andere Kliniken.  Lungenentzündungen, die sich nach der Aufnahme als Corona entpuppen, bleiben aber im Bergedorfer Krankenhaus.

Notaufnahme-Chefarzt Dr. Hanns Bredereke-Wiedling schickt erkannte Corona-Fälle vor der Einlieferung ins Bethesda nun an andere Kliniken. Lungenentzündungen, die sich nach der Aufnahme als Corona entpuppen, bleiben aber im Bergedorfer Krankenhaus.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Mit vier Corona-Fällen auf der Intensivstation betreut die Klinik 20 Prozent der schweren Fälle in Hamburg. Nun sollen andere ran.

Bergedorf. Die befürchtete neue Corona-Welle hat das Bethesda Krankenhaus erreicht: Donnerstagabend lagen vier Patienten an Beatmungsgeräten auf der Intensivstation, weitere vier mit etwas leichteren Krankheitsverläufen auf der Isolierstation – und nochmal fünf in der Notaufnahme. Sie sind nachmittags mit Lungenentzündung eingeliefert worden und warteten in isolieren Einzelzimmern noch auf das Ergebnis ihrer Abstriche.

Kapazitäten können weiter ausgebaut werden

„Damit sind wir zwar längst noch nicht am Ende unser Kapazitäten, aber acht bestätigte und fünf mögliche weitere Corona-Falle binden erheblich viele Kräfte“, begründet Notaufnahme-Chefarzt Dr. Hanns Bredereke-Wiedling die gestern erstmals ausgesprochene Abmeldung des Bethesda für die Einlieferung weiterer positiv getesteter Corona-Fälle. „Wir haben nun vier von hamburgweit 19 Corona-Intensivpatienten, also gut 20 Prozent. Jetzt müssen erstmal die anderen Kliniken ran“, sagt Bredereke-Wiedling. „Wer aber mit ungeklärter Lungenentzündung zu uns kommt und hier positiv getestet wird, bleibt natürlich auch mit Corona weiterhin bei uns.“

Corona-Patienten in häuslicher Quarantäne

Geschockt hat ihn der erste Corona-Tote in Hamburg – ein 52-Jähriger, der als erkannter Corona-Fall mit leichtem Krankheitsverlauf in häuslicher Quarantäne lag und da Sonntag verstarb. „Solche Patienten werden von der Gesundheitsbehörde täglich zu Hause angerufen. Auch wir betreuen drei solche Fälle, fragen am Telefon ab, ob die normalen Wege zur Toilette oder an Fenster anstrengend sind. Ist das der Fall, kommt zu wenig Sauerstoff ins Blut. Dann wird sofort der Rettungswagen geschickt oder der Patient wählt selbst die 112.“