Kontaktsperren

Polizei: Nur wenige halten sich nicht an die Regeln

Robert Fuchs und Laura Scharfenorth aus der Akademie der Polizei unterstützen derzeit die Bergedorfer Polizisten.

Robert Fuchs und Laura Scharfenorth aus der Akademie der Polizei unterstützen derzeit die Bergedorfer Polizisten.

Foto: Foto: / Rückert

Die Fallzahlen sind gering, auch die allgemeine Kriminalität sinkt. Ein Bergedorfer Polizist ist an Corona erkrankt.

Bergedorf. Die Corona-Epidemie fordert auch der Bergedorfer Polizei vieles ab: Trotz weitgehend leer gefegter Straßen sind es die etwa 200 Beamten und Angestellten im Kommissariat 43, die – teilweise in Amtshilfe für das Bezirksamt – die Einhaltung der Regeln kontrollieren, gleichzeitig die allgemeine Übersicht behalten und zudem selbst gesund bleiben müssen.

Bisher ziehen die Polizisten aber eine positive Zwischenbilanz: Bergedorfs Bürger halten sich weitgehend an die Regeln – die Fallzahlen der Verstöße sind im Bezirk gering. „Es ist eine entspannte Lage“, hieß es auf Nachfrage von einem Polizeisprecher.

Zu fünft im Auto unterwegs

Nur vereinzelt wurden Verstöße wie dieser am Dienstagabend erfasst: Da stoppten die Beamten am Rahel-Varnhagen-Weg ein Auto, in dem fünf Personen saßen – ein Verstoß gegen die Kontaktsperre (maximal zwei Personen). Der Fahrer hatte zudem keinen Führerschein, fuhr unter Drogeneinfluss und hatte sein Auto nicht versichert. Im Wagen fanden sich auch noch weitere Betäubungsmittel.

Die Zahl kleinerer Verstöße ist hingegen gering. So gering, dass die Unterstützung, die alle Hamburger Kommissariate durch Lehrgruppen der Polizeiakademie erhalten hatten, nun wohl zurückgefahren wird. „Die Lage gibt es eigentlich nicht her“, so der Sprecher dazu. Ausreichend andere Kollegen bleiben in Bergedorf im Einsatz.

Weniger Raub, Diebstahl, Körperverletzung

Im Bereich der allgemeinen Kriminalität ist ein Rückgang zu verzeichnen. Zwar haben sich, wie berichtet, Trickbetrüger hamburgweit auf Corona eingestellt und geben sich beispielsweise an Haustüren oder Telefonen als „Gesundheitsamtsmitarbeiter“ aus. Doch in vielen anderen Bereichen sinken die Fallzahlen.

Delikte aus dem öffentlichen Raum – wie Raub, Körperverletzung, Diebstahl – sinken schon durch die seit Montag geltende Kontaktsperre. Aber auch ein von vielen Experten bereits befürchteter Anstieg häuslicher Gewalt sei derzeit in Bergedorf nicht zu verzeichnen.

Die Entwicklung ist gleichwohl nicht vorherzusehen. Deshalb bemüht sich die Polizei, gut aufgestellt zu bleiben. In den Wachen gelten strenge Hygieneauflagen. Krankheiten lassen sich dennoch nicht ganz vermeiden. Auch in Bergedorf sei ein Kollege am Coronavirus erkrankt, heißt es auf Nachfrage. Über die Hintergründe wird aber nichts bekanntgegeben. Einige wenige Mitarbeiter seien in Quarantäne.