Corona-Krise

Großes Lob für das Team vom Bethesda Krankenhaus

Das große „Danke“-Banner hängt seit Sonnabend neben dem Haupteingang der Klinik. Wer es verfasst hat, ist bisher unbekannt.

Das große „Danke“-Banner hängt seit Sonnabend neben dem Haupteingang der Klinik. Wer es verfasst hat, ist bisher unbekannt.

Foto: Bethesda Krankenhaus / Connie Gudert

Unbekannte hängen Banner an den Zaun. Inzwischen fünf Corona-Patienten. 62-Jähriger muss beatmet werden

Bergedorf.  Das Banner ist gut 20 Meter lang und hängt seit dem frühen Sonnabendmorgen gleich neben dem Haupteingang des Bethesda Krankenhauses. „Ihr seid wahre Helden! Vielen Dank!“ seht dort in schwarzen Lettern gut sichtbar für alle Passanten.

Wer sich auf diese Weise beim 750 Mitarbeiter starken Team bedankt, ist allerdings unbekannt. Keiner der Mitarbeiter hat gesehen, wie das Banner am Zaun befestigt wurde. So bleiben nur die vagen Hinweise am Ende des Schriftzugs. Hinter einem dicken Smiley steht dort: „Eure HSV Fans Bergedorf“.

Riesiger Bedarf an Intensiv-Medizinern

Hängenbleiben darf die anonyme Überraschung natürlich trotzdem: „Es macht glücklich, dass die Menschen merken, was hier geleistet wird“, sagt Anita König, Leitende Notärztin und Anästhesie-Chefin, „Die Corona-Zeit zeigt, wie flexibel unser Team ist, dass jeder für den anderen einspringt. Gerade haben wir einen riesigen Bedarf an Intensiv-Medizinern, der kein Problem darstellt, weil alle sich sofort einarbeiten.“

„Das Banner ist Motivationsschub für das ganze Haus“, weiß auch Dr. Hanns Bredereke-Wiedling, der als Chefarzt der Notaufnahme maßgeblich den Ansturm der Corona-Verdachtsfälle organisieren muss. „Wir finden das Banner klasse. Jeder schaut gern darauf. Vielleicht erfahren wir ja auch noch, wem wir es zu verdanken haben.“

62-jähriger Patient muss beatmet werden

Sonntagabend lagen fünf positiv auf das Corona-Virus getestete Patienten im Bethesda, drei davon auf der Intensivstation. Besonders kritisch ist dort der Zustand des 62-jährigen Bergedorfers, der vor einer Woche als erster Corona-Patient aufgenommen worden ist. Er muss beatmet werden.

Zudem liegen hier ein 57-Jähriger, der in Südtirol zum Skifahren war, und ein 74-Jähriger mit Lungen-Vorerkrankung. Zwei weitere Corona-Patienten mit weniger schwerem Verlauf, ein Mann und eine Frau (beide 54) liegen bereits seit mehreren Tagen auf der Isolierstation.

Bis zu 48 Stunden warten auf Testergebnisse

In der Notaufnahme selbst müssen Verdachtsfälle derzeit bis zu 48 Stunden auf ihre Testergebnisse warten. Deshalb gibt es hier eine sogenannte Zwischenstation, auf der sie jeweils in isolieren Einzelzimmern untergebracht sind. „Wir stellen uns darauf ein, dass die vier Betten hier in den nächsten Tagen kaum noch ausreichen und haben Möglichkeiten geschaffen, bis auf 15 Betten aufstocken zu können“, sagt Bredereke-Wiedling.

Auch die Isolierstation könne von derzeit acht auf 15 Betten erweitert werden. „Ganz neu eingerichtet haben wir gegenüber der Säuglingsstation jetzt zwei Zimmer für Mütter, die bei der Entbindung mit dem Corona-Virus infiziert sind.“