Lohbrügger Markt 4

Tor zur Lohbrügger Einkaufsmeile soll schicker werden

Der Komplex rund um das Haspa-Hochhaus in Lohbrügge: Fünf Architektenbüros werden in den kommenden Monaten ihre Ideen zum neuen Gebäudeensemble ausarbeiten.

Der Komplex rund um das Haspa-Hochhaus in Lohbrügge: Fünf Architektenbüros werden in den kommenden Monaten ihre Ideen zum neuen Gebäudeensemble ausarbeiten.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Bis zum Juni haben die Architekten Zeit, das Grundstück neu zu gestalten. Investor wünscht sich für Erdgeschossfläche ein Café.

Lohbrügge. „Ach, schade“, sagt die ältere Dame, nachdem der öffentliche Auftakt zum Neubau am Lohbrügger Markt 4 beendet ist, „nun kommt ja doch kein Supermarkt hierher, oder?“ Die Lohbrüggerin war wie etwa 50 Gäste am Donnerstagabend in den einstigen Edeka-Markt gekommen (er wurde 2013 geschlossen), um von den Planern und Beteiligten des Projekts „LoMa4“ Neuigkeiten zu erfahren.

Ein Lebensmittelhandel oder eine Drogerie wird es dort eher nicht werden. Wer den Worten von Timo Weiland, Geschäftsführer der RED Baufeld GmbH, zuhörte, der konnte die Präferenz des Eigentümers für die Erdgeschossfläche auf dem insgesamt 2500 Quadratmeter großen Areal heraushören: „Ich habe hierfür noch immer ein Café im Kopf.“ Eines betonte Weiland bei den Gesprächen über die bevorstehenden Umgestaltungen immer wieder: „Das Erdgeschoss liegt mir sehr am Herzen. Wir brauchen etwas, was wir hier noch nicht haben. Das haben wir den Architekten mitgegeben.“

Entwürfe, Modelle, Preisgericht

Apropos Architekten: Fünf renommierte Büros sind von Baufeld, dem Bergedorfer Baudezernat sowie Hamburgs Oberbaudirektor ausgewählt worden und nun aufgefordert, den Komplex zwischen Lohbrügger Markt, Alter Holstenstraße und Sander Marktstädtebaulich-freiraumplanerisch sowie hochbaulich zu beleben. Dies sind Lorenzen Mayer (Berlin/Kopenhagen), Gössler Kinz Kerber Kreienbaum (Hamburg), Bogevischs (München), Robertneun (Berlin) sowie Schaltraum (Hamburg).

Dieses Quintett hat bis zum 6. April Zeit, um dann erste Entwürfe zu präsentieren. Am 5. Juni sollen Modelle in einer öffentlichen Ausstellung gezeigt werden, die Jury kommt zur Preisgerichtssitzung am 8. Juni zusammen.

Lohbrügger sollen mitwirken

In der Hauptsache werden sich die Teilnehmer damit auseinandersetzen müssen, wie und in welchem Mengenverhältnis im Neubau rund um das Haspa-Hochhaus Wohnungen und gastronomische Angebote stehen könnten oder wie viele Tiefgaragenplätze es geben könnte. Ferner wird die verkehrliche Anbindung eine Rolle spielen.

„Ich spreche aber speziell sie an, die hier am Standort leben, sich in den Planungsprozess miteinzubringen“, appellierte Weiland ans Publikum. „Wir sind froh, wenn Aspekte genannt werden, die wir gar nicht kennen können.“

Mancher wünscht sich Supermarkt zurück

Bereichert wird die Jury von drei Bürgern, die zum Auftakt von Verfahrensbetreuerin Katharina Trocha (Büro Luchterhandt) ausgelost wurden. Susette Schreiter, Geschäftsführerin des Lola Kulturzentrums für den Bereich Finanzen, freut sich, dass sie dem Trio angehört: „Es geht darum, dass hier etwas Lebendiges, Attraktives entsteht“, sagt die Frau, die seit 28 Jahren in der Lola arbeitet – und dem alten Supermarkt ein wenig hinterhertrauert.