Orkantief Sabrina

Feuerwehren im Dauereinsatz - Großer Sturmschaden bei Hauni

Am Reinbeker Redder stürzte ein Baum auf zwei Pkw. Die Bergung des 15 Meter langen Baums dauerte drei Stunden.

Am Reinbeker Redder stürzte ein Baum auf zwei Pkw. Die Bergung des 15 Meter langen Baums dauerte drei Stunden.

Foto: Christoph Leimig

Seit Sonntagabend 18.30 Uhr sind die Bergedorfer Feuerwehren unablässig im Einsatz um Sturmschäden zu beseitigen. Verletzt wurde niemand.

Bergedorf. In Bergedorf waren vor allem die Motorsägen wichtigstes Hilfsmittel der Feuerwehren. Immer wieder meldeten Anrufer abgeknickte Äste und umgestürzte Bäume, die Straßen und Wege blockierten.

Meist ging die Beseitigung sehr schnell. Anders am Reinbeker Redder, wo ein mächtiger, 15 Meter hoher Baum auf zwei parkende Pkw krachte. Ein silberfarbener Honda Jazz wurde dabei vollends zerstört. Auch eine Straßenlaterne wurde umgeknickt. Drei Stunden dauerte es, bis die Feuerwehr den Baum zersägt und die Gefahrenstelle beseitigt hatte.

An der Bergedorfer Straße 112 kippte das Bauschild für den Neubau des Körber-Hauses um und versperrte den Fuß- und Radweg bis zur Fahrbahn. Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Lohbrügge zerlegten das große Bauschild mit Brechstange, Hammer und Axt.

Am Montagmorgen bemerkten Mitarbeiter der Hauni, dass der Sturm in der Nacht auf einem fünfstöckigen Bürogebäude die Dachpappe auf eine Fläche von rund 180 Quadratmetern gelockert hat. Dachteile drohen auf eine benachbarte Produktionshalle zu wehen. Höhenretter der Feuerwehr unterstützt durch Spezialisten des Technischen Hilfswerks sicherten bis weit in den Nachmittag hinein die Dachpappe. Dazu wurde auch der Feuerwehrkran eingesetzt. Das Gebäude muss nun eingerüstet werden, eher eine Dachdeckerfirma den Sturmschaden reparieren kann. Einige Büros mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden.

Die Rettungsleitstelle der Feuerwehr wurde personell deutlich verstärkt, um alle eingehenden Notrufe, in der Spitze mehr als 150 Notrufe pro Stunde, bewältigen zu können. Fachberater der Freiwilligen Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes (THW) verstärkten von 18:00 Uhr bis 1:00 Uhr zusätzlich den Einsatzstab. Auf der Autobahn 1 bei Harburg kollidierte ein Pkw mit einem Baum. Zwei Insassen wurden dabei leicht verletzt. Weitere Verletzte im Zusammenhang mit den Unwettereinsätzen gab es in Hamburg glücklicherweise nicht. Insgesamt wurden bis 6:00 Uhr 348 Unwettereinsätze durch die Feuerwehr Hamburg bewältigt.

Die Behörden warnen unterdessen vor dem Betreten der Wälder: "Die Auswirkungen des Sturms Sabine sind derzeit noch nicht abschätzbar. Die Sichtung und Aufarbeitung der Schäden konnte zum Teil noch nicht begonnen werden, da sich selbst die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forstverwaltung aus Arbeitsschutzgründen noch nicht länger im Wald aufhalten dürfen. Dies kann erst erfolgen, wenn sich die Wetterlage spürbar beruhigt hat", sagt Christian Füldner, Sprecher der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. Einige der von den Bäumen ausgehenden Gefahren seien für Laien auf den ersten Blick nicht erkennbar. So könnten bei dem aufgeweichten Boden nach dem Sturm stehengebliebene Bäume bei leichten Wind immer noch umkippen. Füldner: "Der Wald sollte erst betreten werden, wenn die Schadensbeseitigung abgeschlossen ist." In diesem Zusammenhang wird erneut darauf hingewiesen, dass das Betreten des Waldes auf eigene Gefahr erfolgt.