„Moteleum“

Neu in Bergedorf: Hotelzimmer per Selbstbedienung

Das „Moteleum“ soll ohne Rezeption mit Zugangs-Codes funktionieren.

Das „Moteleum“ soll ohne Rezeption mit Zugangs-Codes funktionieren.

Foto: Thomas Voigt

Schon in wenigen Wochen wird das Bergedorfer Beherbergungsgewerbe um einen Hotelbetrieb reicher sein. Das "Moteleum" am Weidenbaumsweg.

Bergedorf. Am Weidenbaumsweg 52, direkt an der kleinen Stichstraße gegenüber dem Sanitärhandel Peter Jensen, soll am 1. März das Check-in-Hotel „Moteleum“ seine Türen öffnen.

Zahlencodes für Außen- und Zimmertür

„Check-in-Hotel bedeutet, dass die Gäste bei ihrer Online-Buchung mit Kredit- oder EC-Karte bezahlen und dann zwei Codes erhalten: einen für die Außentür und einen für die Zimmertür“, erklärt Betreiber Necati Adigüzel. Personal-Kontakt mit den Gästen ist nicht zwingend vorgesehen, Snacks und Kaltgetränke stehen gleich am Eingang gegenüber dem Lift im Automaten bereit. Rezeption, Restaurant, Frühstücksraum, Bar – all das wird es im „Moteleum“ nicht geben. Allein dem Reinigungspersonal werden die Gäste morgens oder vormittags auf den Korridoren begegnen.

„Motel“ ohne Parkplätze

Dabei führt der Name der neuen Herberge ein wenig in die Irre. Es handelt sich nämlich nicht um ein Motel im herkömmlichen Sinne, sondern hat mit Ausnahme eines Behinderten-Platzes hinter dem Haus keinerlei Parkplätze für die Gäste. „Würde ich gern anbieten, habe ich aber nicht“, sagt Adigüzel und verweist auf abendliche Parkmöglichkeiten am Bahnhof.

80 Euro für ein Doppelzimmer

Der Rohbau am Weidenbaumsweg steht, in den kommenden Wochen geht es an Installation, Innenausbau und Einrichtung, die das Haus mit warmen Farben in Karamell- und Brauntönen schmücken soll. Insgesamt 18 Doppelzimmer mit Fußbodenheizung und Raumbelüftung stehen zur Verfügung. „Ich halte einen Zimmerpreis von 80 Euro für angemessen“, meint Necati Adigüzel, für den das „Moteleum“ ein erster Schritt in die Hotelbranche ist. Im vergangenen Jahr hatte er das Grundstück, auf dem ein kleines, altes Einzelhaus leer stand, gekauft, das Haus abgerissen und das Hotel gebaut.

130 neue Hotelbetten für Bergedorf

Mit dem Design-Hotel „Ninety-Nine“ mit 130 Betten auf dem Woolworth-Grundstück am Serrahn ist noch in diesem Sommer eine weitere Hotel-Neueröffnung geplant. Aus den derzeit gut 600 Hotelbetten in Bergedorf werden dann also etwa 770. „Damit ist der Zenit überschritten“, schätzt Arne Meyer, Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DeHoGa) in Bergedorf. „In ganz Hamburg steigt seit wenigen Jahren die Zahl der Hotelbetten schneller als die der Übernachtungen – oft zulasten der kleinen, inhabergeführten Betriebe.“