Absichtserklärung

Bethesda Krankenhaus steht vor Fusion mit Agaplesion

Planen die aufgeteilte Trägerschaft des Bethesda Krankenhauses: Prof. Dr. Eberhard Meincke (Evangelische Stiftung Bethesda, li.) und Dr. Markus Horneber (Vostandsvorsitzender Agaplesion gAG)

Planen die aufgeteilte Trägerschaft des Bethesda Krankenhauses: Prof. Dr. Eberhard Meincke (Evangelische Stiftung Bethesda, li.) und Dr. Markus Horneber (Vostandsvorsitzender Agaplesion gAG)

Foto: Ulf-Peter Busse

Die Klinik mit 350 Betten und 750 Mitarbeitern am Glindersweg soll ab Sommer Teil des Agaplesion-Konzerns mit Sitz in Frankfurt werden.

Bergedorf. Für Prof. Dr. Eberhard Meincke ist es der entscheidende Schritt zur Zukunftssicherung des Bethesda Krankenhauses: Der Aufsichtsratschef der Bergedorfer Klinik und Vorsitzende ihres Trägers, der Evangelischen Stiftung Bethesda, hat eine Absichtserklärung unterzeichnet, das Krankenhaus am Glindersweg bis Mitte des Jahres mit dem Frankfurter Klinikkonzern Agaplesion zu fusionieren: „So können wir unser 350 Betten und 750 Mitarbeiter großes Haus wie bisher weiterführen, gleichzeitig aber auch vom Know-how des größten christlichen Gesundheitsunternehmens Deutschlands profitieren – etwa beim Qualitätsmanagement oder bei Verhandlungen mit Krankenkassen.“

Agaplesion will 60 Prozent des Bethesda Krankenhauses übernehmen

Geplant ist die Überführung eines 60-prozentigen Anteils der Klinik an die Frankfurter. Dessen noch zu ermittelnder Wert wird in Form von Konzern-Aktien an die Stiftung Bethesda gegeben. Die restlichen 40 Prozent des Krankenhauses würden bei der Stiftung verbleiben, die sich im angepeilten Vertrag für alle wichtigen Entscheidungen Einstimmigkeit in der Bergedorfer Gesellschafterversammlung garantieren lassen will, um nicht kaltgestellt zu werden. „Und ich gehe davon aus, dass wir auch bei Agaplesion einen Aufsichtsratssitz bekommen“, sagt Meincke.

Frankfurter Konzern betreibt 23 Kliniken

Der 2002 in Frankfurt gegründete Konzern firmiert als gemeinnützige Aktiengesellschaft, Gewinne werden laut Vorstandsvorsitzendem Dr. Markus Horneber nicht ausgeschüttet, sondern reinvestiert. Aktionäre sind Diakoniewerke und Kirchen. Agaplesion betreibt bisher 23 Krankenhäuser, aber auch auch diverse Wohn- und Pflegeeinrichtungen, Hospize, Medizinische Versorgungszentren und 15 Schulen im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege.

Kooperationen mit Diakonieklinikum Eimsbüttel

In Hamburg ist der Konzern seit zehn Jahren auch 60-prozentiger Anteilseigner des Diakonieklinikums in Eimsbüttel. Mit dem in der Größe etwa vergleichbaren Haus kann sich Markus Horneber für das Bethesda auch Kooperationen vorstellen: „Wir wollen die Chance nutzen, uns mit dann zwei Häusern in der Stadt gut zu positionieren.“

Vertrag soll im Juni unterzeichnet werden

Ob es dazu kommt, werden die nächsten Wochen zeigen. Bis März soll feststehen, ob ein Fusionsvertrag möglich ist. Dann folgt die Ermittlung des Wertes der Klinik, bevor laut Absichtserklärung im Juni, spätestens aber bis Jahresende unterzeichnet wird. Wahrscheinlicher neuer Name: Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf.