Neujahrsempfang

„Bergedorf hat keine Angst vor dem Wandel“

Geigerin Ilona Raasch aus Bergstadt untermalt den Neujahrsempfang des Bezirksamts im Spiegelsaal des Rathauses.

Geigerin Ilona Raasch aus Bergstadt untermalt den Neujahrsempfang des Bezirksamts im Spiegelsaal des Rathauses.

Foto: Ulf-Peter Busse

Rasantes Wachstum vor allem beim Wohnungsbau. Aber auch neue Arbeitsplätze. Bezirksamtsleiter Arne Dornquast blickt in die 2020er-Jahre.

Bergedorf. Die 2020er-Jahre werden in Bergedorf von weiter rasanter Bau- und Planungstätigkeit sowie einem durchschnittlichen Bevölkerungswachstum von zwei Prozent pro Jahr geprägt. Das erwartet Bezirksamtsleiter Arne Dornquast – ohne sich zu sorgen, die Menschen im Bezirk damit zu überfordern:

„Bergedorf ist ein lebendiger Ort, der keine Angst vor Wandel hat“, sagte er gestern in seiner Ansprache zum Neujahrsempfang im Spiegelsaal des Rathauses: „In den 2020er-Jahren wird sich der Bezirk weiter städtisch entwickeln.“

3000 Wohnungen und 5000 Arbeitsplätze

Konkret führte der Rathauschef vor rund 80 Gästen Projekte wie die laufende Entwicklung der Region Schleusengraben an: „Hier entstehen insgesamt fast 3000 Wohnungen, plus rund 5000 Arbeitsplätze im Forschungs- und Innovationspark nahe der Autobahn.“

In die Job-Rechnung einbezogen ist dabei bereits das Unfallkrankenhaus Boberg, dessen Entscheidung für den Umzug auf die vom Senat angebotene Fläche der heutigen Kleingärten am Curslacker Neuen Deich Dornquast für dieses Jahr erwartet.

Serrahn wird kontinuierlich aufgewertet

Prestigeprojekt des Bezirksamtsleiters am Schleusengraben ist das Körber-Haus mit Theatersaal, Bücherhalle und Sitz der Awo: „Grundsteinlegung wird im April oder Mai sein“, so Dornquast, der gleichzeitig mit der Fertigstellung der Kupferhofterrassen als erstem Schritt zur Aufwertung des alten Bergedorfer Hafens rechnet.

Noch 2020 solle dann die Sanierung der historischen Kaianlage Serrahnstraße samt Hafenkran beginnen – sobald die Woolworth-Baustelle abgeschlossen ist.

800 Baugenehmigungen im Jahr 2019

In den nächsten Jahren geht es dann in gleichem Tempo weiter. So verkündete Dornquast, dass 2019 vom Bezirksamt wieder Genehmigungen für 800 neu zu bauende Wohnungen erteilt worden sind. Auch an Oberbillwerder werde im Bezirksamt mit Hochdruck geplant und „die Bürger immer informiert, wenn es Neuigkeiten gibt“.

Die 20er in Bergedorf: Schon vor 100 Jahren rasant

Den voraussichtlich ab 2024/25 entstehenden Zukunftsstadtteil sieht der Bezirksamtsleiter übrigens in der Tradition der Bergedorfer Stadtentwicklung der 1920er-Jahre. Vor 100 Jahren wurde unter anderem der Gojenberg als hochmodernes Wohngebiet erschlossen.

Zudem bekam die damals noch eigenständige Stadt das Amtsgericht, die Badeanstalt und ihr erstes, bis heute erhaltenes Rathaus. Allerdings wurden auch Vierlandenstraße und später B 5 mit dem Abrissbagger quer durch die 300 Jahre alte Vorstadt geplant – damals Kern des Zukunftsprojekts „autogerechte Stadt“.

Bezirksamtsleiter wirbt für Oberbillwerder

100 Jahre später herrscht ein anderer Zeitgeist, als der, der nun Oberbillwerder prägt: „Im engen Austausch mit der Bevölkerung entsteht hier ein nachhaltiger Stadtteil“, ist Arne Dornquast überzeugt.