Begegnungszentrum im Park

Bergedorfs Hospiz-Projekt bekommt Konkurrenz

Johann Berz, Silke Roddewig und Rüdiger-Horst Bambach (v. li.) haben im November 2018 das „Begegnungszentrum im Park“ eröffnet – und das Bewegungsbad erhalten können

Johann Berz, Silke Roddewig und Rüdiger-Horst Bambach (v. li.) haben im November 2018 das „Begegnungszentrum im Park“ eröffnet – und das Bewegungsbad erhalten können

Foto: Anne Strickstrock / BGZ / Anne Strickstrock

Der Vorstand des Haus-im-Park-Nachfolgers „Begegnungszentrum im Park“ will die Fläche für Angebote für Behinderte nutzen.

Bergedorf.  Sie sind überrascht, auf keinen Fall beleidigt, „denn wir unterstützen die Hospiz-Idee ausdrücklich“, sagt das Team vom Verein „Begegnungszentrum im Park“ (BiP). „Aber das kann man nicht einfach so durchwinken. Ein bisschen Wettbewerb um das bessere Konzept sollte schon da sein“, meint Rüdiger-Horst Bambach.

Hospiz-Projekt mit 16 Betten

Am Dienstag hatte sich das Ehepaar Kay im Sozialausschuss vorgestellt und den Wunsch geäußert, am Gräpelweg hinter dem Haus im Park ein Hospiz mit 16 Betten zu gründen. Bezirksamtsleiter Arne Dornquast will mit der Körber-Stiftung verhandeln, um das gut 3000 Quadratmeter große Grundstück erwerben zu können.

Begegnungszentrum hat Konzept schon seit Wochen fertig

„Uns hatte er noch vor sechs Wochen gesagt, er sei mit der Körber-Stiftung im Gespräch, wir mögen bitte stillhalten. Er hat uns quasi zum Schweigen verdonnert“, so Bambach. Dabei hätte er zu gern das neue Konzept öffentlich vorgestellt, das er gemeinsam mit Therapieleiterin Silke Roddewig und Johann Berz erarbeitet hat.

Therapien und Tagespflege mit 700 Besuchern pro Woche

Nachdem der Verein „Hände für Kinder“ abgesprungen war, ist emsig über neue Angebote nachgedacht worden, die zum Haupthaus mit seinen Therapien und der Tagespflege für Ältere passen. Hier werden immerhin 700 Besucher pro Woche gezählt.

Betreutes Wohnen und Tagesförderung

Gleich drei Ideen erläutert das Team, das zwei neue Gebäude mit Gründächern auf dem Gelände errichten, den Theatersaal abreißen will: Für etwa 15 junge Behinderte könnte es ein betreutes Wohnen geben. Dazu ist eine Tagesförderstätte geplant für 15 behinderte Menschen, die die Schule frisch beendet haben, aber noch nicht arbeitsfähig sind, so Logopädin Roddewig: „Wir wollen sie zu Arbeitsprozessen befähigen, damit sie später vielleicht in einer Behindertenwerkstatt angestellt werden. Der Bedarf dafür ist riesengroß.“ Dritter Baustein könnte eine kleine, inklusive Kindergartengruppe sein, in der sich bis zu 20 gesunde und behinderte Kinder treffen.

„Wir wollen ein Haus aus einem Guss“

Als Betreiber für sämtliche Einrichtungen sei die BiP gGmbH vorgesehen: „Wir wollen ein Haus aus einem Guss mit einer übergreifenden Führung machen. So ließen sich am besten Synergie-Effekte nutzen und der generationenübergreifende Charakter des Hauses herausarbeiten“, gibt sich das Trio überzeugt.

Im Sozialausschuss Konzept vorstellen

Allein: Bislang wurde dieses Konzept noch nicht der Öffentlichkeit vorgestellt. Gern würden die Initiatoren dies ebenfalls im Bergedorfer Sozialausschuss tun oder aber an einem runden Tisch: „Alle Entscheider sollten unsere Alternative kennen. Wir müssen die Konzepte diskutieren und abgleichen. Es geht uns auch um Offenheit und Gleichberechtigung.“

Hospiz an anderer Stelle bauen?

Und noch einmal wird betont, dass auch ein Hospiz in Bergedorf seine Berechtigung habe – aber braucht es genau dieses Grundstück direkt hinter dem Begegnungszentrum? Rüdiger-Horst Bambach will von einem Mann wissen, der eine andere Fläche im Bezirk anbieten wolle: „Der kann sich da gut ein Hospiz vorstellen.“

Hospiz-Initiator setzt auf zentrale Lage

Allerdings ist der Grundbesitzer noch nicht aus der Deckung gekommen, gibt es keinerlei Details. Und bis dahin wird bloß spekuliert – wobei: „Ein geschenktes Grundstück wäre toll, aber auch die jetzt angebotene Erbbaupacht ist sehr vorteilhaft für uns“, sagt Hospiz-Initiator Hans-Michael Kay, der vor allem auf eine gute und zentrale Lage setzt.