Haus im Park

Zwei neue Gesichter für das Bergedorfer Ehrenamt

Morten Jendryschik (28) und Kirsten Görres (49) wollen das Bergedorfer Ehrenamt fördern.

Morten Jendryschik (28) und Kirsten Görres (49) wollen das Bergedorfer Ehrenamt fördern.

Foto: Anne Strickstrock / BGZ / Anne Strickstrock

Bergedorfer Bezirksamt verdreifacht Fördergelder für die Freiwilligen-Agentur.

Bergedorf.  Ihr Herzblut und Engagement sei unverzichtbar für die Stadt: Dass über eine halbe Million Hamburger ehrenamtlich aktiv sind, betonte Sozialsenatorin Melanie Leonhard bei der Ankündigung, im Museum für Hamburgische Geschichte ein „Haus des Engagements“ anzusiedeln. Als ein solches – im Kleinformat – könnte man auch das Haus im Park am Gräpelweg bezeichnen. Denn hier ist nicht nur die Freiwilligen-Agentur Bergedorf (FAB) daheim, sondern auch die Körber-Stiftung, die mit Morten Jendryschik (28) gerade einen „Engagement-Koordinator“ eingestellt hat.

Das Thema Einsamkeit zu enttabuisieren

Germanistik, Psychologie und Kulturmanagement hat er studiert und lernt seit September engagierte Bergedorfer kennen, sucht ihre Bedürfnisse zu stärken und Potenziale zu fördern: „Wir denken darüber nach, unseren Besuchsdienst für alte und einsame Menschen zu modernisieren. Vielleicht könnten wir auch einen ,Telefonbesuch’ einführen“, sagt Jendryschik. Erst im November bezog sich die Körber-Stiftung auf das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung: Demnach nimmt die Einsamkeit ab dem 75. Lebensjahr statistisch zu, seien die Kommunen als „Schlüsselakteure“ aufgerufen, das Thema Einsamkeit zu enttabuisieren.

Von München nach Hamburg

Hamburg stärkt zunächst die Fördermöglichkeiten der Bezirksämter: Flossen bislang jährlich 2500 Euro aus dem bezirklichen „Förder- und Gestaltungsfonds“ an die FAB, sind es in diesem Jahr 7500 Euro. „Jetzt können wir hoffentlich noch passgenauer Tandems finden, schließlich stehen im Datensatz 160 Suchenden 170 Angebote gegenüber“, sagt Kirsten Görres. Die neue FAB-Leiterin (Vorgängerin Line Kippes arbeitet nun bei Greenpeace in der Schweiz) war zuvor bei der Stiftung Bayerische Gedenkstätten tätig. In Bergedorf will die diplomierte Sozialwissenschaftlerin auch langfristige Engagements vermitteln. Aktuell sucht sie Mentoren für jugendliche Flüchtlinge, die Hausaufgabenhilfe brauchen. Zudem sind Handwerker gewünscht, die Behinderten im Privathaushalt helfen.

Viele Angebote für Freiwillige

Dienstags, mittwochs und donnerstags ist die 49-Jährige telefonisch erreichbar unter (040) 72 57 02 75. Hier meldet sich auch, wer Wanderwege betreuen will, arabische Texte übersetzen oder Schulsanitäter ausbilden kann, wer Schöffe werden will, Demente betreuen oder Seniorenausflüge organisieren will.

Wann kommt die „Ehrenamtskarte“?

Nicht die Fahrtkosten-Pauschale dient als Anreiz, vielfach sind es die Anerkennung und Wertschätzung. So überlegt auch Hamburg eine „Ehrenamtskarte“ einzuführen. Noch aber, so Jendryschik, steht der Rahmen dafür nicht fest, denn: „Eine HVV-Karte wäre wohl sinnvoller als ein Gutschein für ein Solarium.“