Aktionstage

Polizei warnt vor neuen Tricks der Taschendiebe

Jetzt zur Weihnachtsmarktzeit nutzen viele Diebe die Möglichkeiten, die sich im Gedrängel bieten.

Jetzt zur Weihnachtsmarktzeit nutzen viele Diebe die Möglichkeiten, die sich im Gedrängel bieten.

Foto: Symbolbild: Frank Rumpenhorst / dpa

Bundesbeamte sind in Bergedorf präsent, um vor den Gefahren im Weihnachtsgedrängel zu warnen. Auch moderne EC-Karten bergen ein Risiko.

Bergedorf. Plötzlich der Schreck beim Blick in die Handtasche: Das Portemonnaie ist weg, gestohlen – mitsamt Ausweis, Geld, vielleicht anderen Dokumenten. Im Gedränge der Weihnachtszeit nutzen Diebe jetzt wieder verstärkt die Gunst der Stunde, greifen in Rucksäcke, schlitzen Taschen auf oder – moderne Taschendiebstahlvariante – nutzen moderne Sender-Empfänger-Systeme, um die Daten fremder EC-Karten sogar durch die Tasche auszulesen. Die federführende Bundespolizeiinspektion Hannover warnt deshalb präventiv vor „weihnachtlichen Langfingern“ – mit Aktionen auch der Bundespolizeiinspektion Hamburg am Flughafen, am Hauptbahnhof und am Bahnhof Bergedorf.

„Die Menschen sollen ein Gefahrenradar entwickeln“

Jeweils von 14 bis 18 Uhr werden die für die Bahnhofsbereiche zuständigen Bundespolizisten am Freitag, 13. Dezember, und Mittwoch, 18. Dezember, im Bereich des Bergedorfer Bahnhofs präsent sein. Mit gezielten Informationen sollen die Bürger vor Taschendiebstählen – 622 waren es 2018 im Bezirk Bergedorf – jetzt im drängeligen Weihnachtsgeschäft gewarnt werden: „Die Menschen sollen ein Gefahrenradar entwickeln“, stellt Volker Rabe von der polizeilichen Kriminalprävention der Bundespolizeiinspektion Hannover fest. Ein zu anschmiegsamer Busnachbar? Ein am Rucksack interessierter Beobachter? „An der Weisheit ,Gelegenheit macht Diebe’ ist viel dran“, sagt Polizeihauptkommissar Rabe.

Lose geschulterte Taschen, offen stehende Reißverschlüsse oder auch einfach abgelenkt wirkende Menschen: Wer sich nicht konzentriert oder nicht mehr gut konzentrieren kann, wird schnell zum – vorher ausgespähten – Opfer. Bester Schutz also immer noch: Aufmerksam bleiben, Taschen gut verschließen, diese eng am Körper halten (möglichst im Brustbeutel oder in Innentaschen) und generell wenig Wertvolles mitnehmen.

„Skimming“ funktioniert auch durch Taschen

Doch damit allein ist es auch nicht mehr getan. Moderne Bezahltechniken wie das kontaktlose Bezahlen erleichtern Dieben die „Arbeit“. Denn EC-Karten mit sogenannter NFC-Technik können, ebenso wie übrigens auch moderne Personalausweise, per „Skimming“ ausgespäht werden. Ein Dieb, der ein entsprechendes Sender-Empfänger-System zum Datenauslesen nah genug an eine Tasche hält, könnte so an die Daten gelangen. Inzwischen gibt es abschirmende Hüllen für EC-Karten und Ausweise. „Ein sinnvoller Schutz“, so Volker Rabe.

Ist das Portemonnaie erst weg, droht weiterer materieller Schaden: Der Ersatz der Dokumente kann schnell mal bis zu 500 Euro kosten. „Hinzu kommen die Behörden-Laufwege“, so Rabe – schnell mal ein ganzer Urlaubstag. Doch die Polizei will es den Dieben so schwer wie möglich machen: Verstärkt sind derzeit überall Zivilfahnder unterwegs.