Zertifizierung

Im Bethesda: Einen Herzinfarkt schneller erkennen

Dr. Peter Unger (64), Chefarzt der Klinik für Kardiologie im Bethesda Krankenhaus, am Linksherzkatheder-Behandlungsplatz. Hier werden Herzinfarkte behandelt.

Dr. Peter Unger (64), Chefarzt der Klinik für Kardiologie im Bethesda Krankenhaus, am Linksherzkatheder-Behandlungsplatz. Hier werden Herzinfarkte behandelt.

Foto: gabriele heine / Bethesda Krankenhaus

Im Bethesda Krankenhaus bekommt jeder Herzinfarkt-Verdachtsfall binnen zehn Minuten eine Diagnose. Das garantiert das neue Kardiologie-Zertifikat.

Bergedorf. Herzinfarkt ist Todesursache Nummer eins in Deutschland – noch vor dem Krebs. „Damit sich das ändert, müssen bei Verdachtsfällen schneller Diagnosen gestellt und die richtigen Behandlungen eingeleitet werden“, sagt Dr. Peter Unger (64), Chefarzt der Kardiologie im Bethesda Krankenhaus.

Als „Brustschmerz Ambulanz“ zertifiziert

Genau das kann er den Bergedorfern in seiner Klinik am Glindersweg jetzt garantieren: Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie hat das Bethesda als „Chest Pain Unit“ („Brustschmerz Ambulanz“) zertifiziert – neben St. Georg, Marien- und Albertinen-Krankenhaus als einzige Klinik in Hamburgs Osten.

Überprüfung alle drei Jahre

Das alle drei Jahre zu erneuernde Siegel bestätigt nach penibler Prüfung, dass das gesamte Bethesda hochsensibel für Herzinfarkt-Patienten ist. Konkret wird hier von jedem Patienten, der die Notaufnahme mit Schmerzen in der Brust erreicht, innerhalb von maximal zehn Minuten ein EKG geschrieben und von einem Facharzt der Kardiologie ausgewertet. Er entscheidet direkt über die nächsten Schritte. Für die stehen im Bethesda die 34 Betten große Klinik für Kardiologie und die Intensivstation mit 16 auf Herzprobleme ausgerichteten Plätzen zur Verfügung.

Ambulanz rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr

„Das gilt an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr“, sagt Peter Unger mit Blick auf sein rund 50 Mitarbeiter großes Team, darunter sieben Fachärzte. „Sie sorgen – nun mit Zertifikat – dafür, dass die Bergedorfer und ihre Nachbarn im Hinblick auf Herzinfarkte ein Stück sicherer leben können. Die nächste zertifizierte Klinik ist St. Georg und liegt 18 Kilometer entfernt.“

Auf Herzinfarkt-Warnsignale achten

Warnsignale für einen Herzinfarkt sind ein spürbarer Leistungsabfall etwa beim Treppensteigen oder Fahrradfahren und natürlich Schmerzen im Brustkorb, die bei Kälte und Belastung stärker werden. „Oft strahlen sie dann in den linken Arm, den Unterkiefer oder auch den Bauch aus“, sagt Peter Unger.

Raucher und Übergewichtige besonders gefährdet

Eine regelmäßige Untersuchung zur Vorbeugung gegen Herzinfarkt gibt es nicht. „Die Ursachen liegen fast immer im individuellen Lebenswandel“, so der Kardiologe. „Jeder muss sich selbst fragen, ob er wirklich rauchen muss, ausreichend Sport treibt. Und ob sein Körpergewicht im Rahmen liegt, er den Zuckerkonsum einschränken sollte, um nicht Diabetes zu riskieren.“

Täglich bis zu 20 Verdachtsfälle in der Klinik

Pro Jahr behandelt das Team von Dr. Unger etwa 6000 Patienten. Täglich kommen zehn bis 20 Personen mit Brustschmerzen in die Klinik. Etwa die Hälfte wird stationär aufgenommen.