Schleusengraben

Grüne wollen eigenen Weg nur für Radler

Langfristig soll das Radeln und laufen entlang des Schleusengrabens (Bildmitte) von der City bis ins Landgebiet möglich sein.

Langfristig soll das Radeln und laufen entlang des Schleusengrabens (Bildmitte) von der City bis ins Landgebiet möglich sein.

Foto: Foto / aufwind-luftbilder

Ab Januar 2020 soll der Geh- und Radweg am Schleusengraben endlich gebaut werden. Doch nun gibt es plötzlich Änderungswünsche.

Bergedorf.  Die Eckdaten stehen längst fest. Im Januar 2020 soll endlich mit den Vorbereitungen für den Bau des Geh- und Radwegs am Schleusengrabens begonnen werden – zumindest im ersten Abschnitt in Höhe der Glasbläserhöfe. Doch obwohl seit Jahren an diesem Projekt geplant wird, sehen die Grünen und die FDP plötzlich Änderungsbedarf: Statt des bislang geplanten kombinierten Geh- und Radweges solle doch besser ein eigenständiger Radweg für Radler entstehen, fordern sie – und erreichten, dass ein entsprechender Antrag von der Bezirksversammlung in den Verkehrsausschuss überwiesen wurde.

Grüne fürchten „Konflikte“

„Radler und Spaziergänger zusammen, das führt zu Konflikten“, begründete Norbert Fleige (Grüne) den von seiner Fraktion initiierten Antrag. Denn der Schleusengrabenweg werde ja Teil einer bezirklichen Veloroute. Das vertrage sich aber nicht mit der Tatsache, dass der Weg zudem eine „Flaniermeile“ sein solle, an der es Aussichtsplattformen und Stege geben werde.

Die FDP schloss sich der Argumentation an: „Ein Radweg funktioniert nicht ohne Trennung“, meinte Sonja Jacobsen (FDP), selbst passionierte Radfahrerin. Die Gefahr für Radler etwa durch spielende Kinder oder Hunde sei zu groß. Und auch wenn Petra Petersen-Griem (SPD) zu bedenken gab, dass der verfügbare Platz von weniger als fünf Metern Breite wohl zu gering für getrennte Rad- und Fußwege sei, so meinte Sonja Jacobsen dennoch: „Lieber 1,60 Meter Breite mit Gegenverkehr als Mischverkehr.“

Getrennter Radweg „nicht möglich“

Die CDU-Fraktion will sich einer Debatte im Ausschuss zwar nicht verschließen. Doch dass der Plan bereits im Mai diskutiert und beschlossen wurde und nun kurz vor Baustart nochmal geändert werden soll, löst Kopfschütteln aus. Zudem zeigte sich Jörg Froh (CDU) skeptisch, dass die Lösung einfach ist: Eine Trennung von Geh- und Radweg sei laut Plan „nicht vorgesehen und möglich“. Nicht nur, weil der Platz fehle, sondern auch um „der Aufenthaltsqualität und Verkehrssicherheit der Bürger und Kinder aus den angrenzenden neuen Wohngebieten“ gerecht zu werden.

Wenn nun neu geplant wird, drängt die Zeit: Ein Weg für schnelle Radler hätte andere Anforderungen. Die bisher geplante naturnahe wasserdurchlässige Oberfläche etwa sei kaum geeignet. Bezirksamtsleiter Arne Dornquast gibt sich dennoch zuversichtlich: „Bis Baubeginn haben wir eine Lösung, die funktioniert.“