Weihnachtseinkauf

Jeder Deutsche schenkt für 475 Euro

Shopping-Tipps zum Black Friday

Shopping-Tipps zum Black Friday

Foto: Thomas Voigt

Der „Black Friday“ markiert den Start ins Weihnachtsgeschäft. Der Handel ist zuversichtlich. In Bergedorf haben diese Geschenke Hochkonjunktur.

Bergedorf.  Immer länger, immer mehr. Die Steigerungsspirale beim Weihnachtsgeschäft scheint ungebrochen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet für die Monate November und Dezember ein Umsatzplus von drei Prozent – rund drei Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt werde der Handel in Deutschland wohl 102 Milliarden Euro im Weihnachtsgeschäft umsetzen, der Onlinehandel wächst weiter auf etwa 15 Milliarden.

Steigende Ausgaben für Geschenke

Jeder Bundesbürger wird in diesem Jahr nach einer Erhebung des Unternehmens Statista (62.000 Befragte) durchschnittlich 475 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. 2011 waren es noch 338,90 Euro. Beliebtestes Geschenk: Gutscheine. Ansonsten stehen – wie auch in den vergangenen Jahren – Spielwaren, Bücher, Kosmetik und Elektronikartikel ganz oben auf den Wunschzetteln. Schmuck, Blumen oder Sportartikel sind weit weniger beliebt.

Jahresendspurt beim Spielzeug

Nils Hartfelder, Chef des gleichnamigen Spielwarengeschäfts am Kupferhof, hat sich gut auf den Jahresendspurt vorbereitet: „Wir haben eine dritte Kasse, um die Schlangen erträglich zu halten und das Personal um ein Drittel mit Aushilfen aufgestockt.“ Zwei Mitarbeiter seien nur für das Einpacken von Geschenken abgestellt.

Black Friday in Deutschland angekommen

Er erwartet ein deutlich besseres Ergebnis als im Vorjahr: „Wir haben uns bislang jedes Jahr gesteigert – warum sollte das 2019 anders sein.“ Bemerkenswert findet Hartfelder, dass der Run schon vergangene Woche losging. Auch die Bedeutung von Black-Friday-Angeboten habe er unterschätzt: „Der Black-Friday als Treiber ist in Deutschland angekommen. Wir haben auch eine Gutscheinaktion. müssen uns für das nächsten Jahr aber noch viel mehr überlegen.“

Nicht jedes „Schnäppchen“ ist günstig

Seit 2013 gibt es die Rabatt-Schlachten zum Black-Friday und Cyber-Monday auch in Deutschland. Während in den USA vor allem der stationäre Einzelhandel profitiert, haben sich die Aktionstage hierzulande zunächst im Onlinegeschäft durchgesetzt. Doch die Verbraucherschützer warnen: Nicht jedes Schnäppchen sei wirklich günstig. Man solle sich von den Angeboten nicht unter Druck setzen lassen. Wem es nur auf den Preis ankomme, könne sich einen Gutschein wünschen und im Januar zuschlagen – nach dem Weihnachtsgeschäft purzeln die Preise.

Internet-Lieferdienste überlastet

Stolze 30 Prozent des Jahresumsatzes macht das Weihnachtsgeschäft in der Sachsentor Buchhandlung aus. „Wir erwarten ein stabiles Ergebnis“, sagt Buchhändler Jörg Johannsen: „Es gibt viele tolle neue Titel.“ Trotz steigendem Online-Umsatz – auch im Buchgeschäft – haben die Internethändler Sorgen: Nach einer Befragung des E-Commerce Netzwerks Händlerbund sehen 82 Prozent der Mitgliedsunternehmen die Lieferdienste als völlig überlastet an.

Die Hits zum Weihnachtsgeschäft

Und bereits zum heutigen „Black Friday“ mit allerlei Preisnachlässen und Rabatten zeichnet sich ab, welche Artikel bei den örtlichen Einzelhändlern die Weihnachts-Renner werden:

Schmuck: „Goldkettchen mit Goldplättchen sind bei uns absolut im Trend“, sagt Stefanie Nielsen vom Juwelier Zieroth im Sachsentor. Ehemänner und solche, die es vielleicht noch werden wollen, holen für ein Exemplar aus 585-Gold mit mehr als 400 Euro schon ein bisschen was aus der Tasche. In Gegenrichtung wird es günstiger, ist aber gleichfalls „mega-in“: ein Armband von „Fischers Fritze“ aus authentischem Fischernetz. Heute am Black Friday gibt es auf alles 10 Prozent.

Düfte: Bei Douglas im Sachsentor ist „Tiffany & Love“ der Umsatz-Löwe – ein lieblicher Duft mit herbem Unterton. In zwei Versionen für Sie und Ihn für 65 Euro in der 50-ml-Flasche. Ebenfalls bei den Herren beliebt: „Boss Bottled“ (39,99 Euro für 50 ml). Heute 20 Prozent Rabatt auf alles, was noch nicht reduziert ist.

Bücher: Sasa Stanisics viertes Buch „Herkunft“ ist für Ulrike Kirschner der Roman des Jahres: „Dafür gab es in diesem Jahr den Deutschen Buchpreis“, sagt die Filialleiterin der Buchhandlung am Sachsentor. Als Sachbuch wird der Band mit dem Untertitel „Wie Zahlen uns in die Irre führen“ von Sanne Blauw besonders gern genommen – auch wenn der eigentliche Buchtitel „Der größte Bestseller aller Zeiten“ ein wenig in die Irre führt.

Damenkleidung: Bei Silvia Rose im Modegeschäft „tredy“ sind Blazer und Gehrock in Schwarz ein Renner, gern mit Strass und viel Spitze und kombiniert mit weißer oder roter Bluse. Auf alles, was schwarz ist, gibt es heute 17 plus 7 Prozent Rabatt.

Herrenkleidung: Deutlich farbenfroher geht es bei den beschenkten Herren der Schöpfung zu – Martina Willhoeft am Bergedorfer Markt verkauft derzeit sehr viel Kariertes: Sakkos, Hemden, Tücher, Mäntel, aber auch Flanellhosen, Schlafanzüge, Boxershorts. Heute gibt es ausgewählte Angebote am Ständer.

Spielzeug: „Slime hat weiter Hochkonjunktur, in Grün, Blau oder Orange“, sagt Gabriele Müller bei Hartfelder am Kupferhof. Geeignet für Kinder ab fünf. Kleinere spielen besonders gern mit Brio-Eisenbahnen, jetzt auch im Design der Deutschen Bahn.