Suhrhof

Traditionsreicher Jazzclub Bergedorf wird zum Irish-Pub

Auch NDR-Moderator Carlo von Tiedemann besuchte in Bergedorf gern den Jazzclub, hier mit den neuen Kneipenbetreibern Heiko und Silke Papke am Tresen.

Auch NDR-Moderator Carlo von Tiedemann besuchte in Bergedorf gern den Jazzclub, hier mit den neuen Kneipenbetreibern Heiko und Silke Papke am Tresen.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Drei Tage die Woche soll es in der neuen Kneipe Musik geben. Ob der Jazzclub bleibt, ist offen. Miete müsste gezahlt werden.

Bergedorf. Der traditionsreiche Jazzclub im Suhrhof wird künftig als Irish-Pub betrieben. Das gaben der Suhrhof-Eigentümer Tobias Derndinger und die neuen Betreiber der urigen Kneipe, das Ehepaar Silke und Heiko Papke, bekannt. Für das benachbarte Restaurant im Suhrhof, zu dem der Jazzclub bislang gehörte, werde nach wie vor ein neuer Gastronom gesucht.

„Heiko Papke ist ein Urgestein der Bergedorfer Livemusik-Szene und sicher der Richtige dafür, die fast in Vergessenheit geratene traditionsreiche Location im Herzen Bergedorfs wachzuküssen“, freut sich Derndinger, Chef der Eigentümergesellschaft. Das Ehepaar Papke betreibt bereits die „Klangbar“ im ersten Stock des Suhrhofs, wo regelmäßig Livemusik und Disco-Veranstaltungen stattfinden. Zudem ist Heiko Papke Mitglied im Bergedorfer Hafenverein und verantwortet dort das Musikfestival auf dem Serrahn.

Einer der schönsten Gastro-Räume Bergedorfs

„Der ehemalige Jazzclub mit seinem urigen Ambiente ist einer der schönsten Gastro-Räume in Bergedorf“, meint Papke: „Der Raum atmet die Geschichte von 54 Jahren Livemusik.“ Dennoch wolle er durch einen neuen Namen auch das neue Konzept deutlich machen: „Suhrhof-Pub“ wird die Kneipe künftig heißen und als Irish-Pub betrieben: „Mit Guinness und Kilkenny-Bier und Tullamore Whiskey“.

Mittwochs bis freitags soll es Livemusik geben: „Die kleine Bühne ist ideal für Soloauftritte von Singer-Songwritern oder Duos.“ Zudem sollen Familienfeiern und Firmenveranstaltungen bis 50 Personen stattfinden.

Jazzclub-Mitglieder sollen über Miete entscheiden

Ob es allerdings auch die wöchentlichen Jazzkonzerte des Vereins „Freundeskreis Jazzclub Bergedorf“ weiter im Suhrhof geben wird, ist noch unklar. „Wir würden den Jazzverein gern weiter bei uns beheimaten“, sagt Heiko Papke. Allerdings fordert der neue Wirt, dass sich der Verein mit 250 Euro monatlich an den Raumkosten beteiligt – dem ehemaligen Betreiber reichte der Getränkeumsatz.

„Darüber müssen unsere rund 100 Mitglieder entscheiden. Wir müssten die Mitgliedsbeiträge deutlich erhöhen“, erklärt der Vorsitzende des Vereins, Peter Landmann. Er hat für Anfang Dezember zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen.

Bisheriges Ambiente soll erhalten bleiben

Das Ambiente des Jazzclub Bergedorf mit den Wagenrad-Tischen, Instrumenten an der Decke und den vielen Auftrittsfotos von Jazzgrößen soll erhalten bleiben. Aber der Vermieter investiert: Der Teppichboden wird einem Holzboden weichen und die benachbarten Toiletten werden komplett saniert. Trotz Umbau: Der Betrieb startet sofort.