Anklage: Mord

Todesschütze vom Lohbrügger Markt vor Gericht

Zum Gedenken an Dennis K. († 26) wurde der Tatort auf dem Lohbrügger Markt zum Meer aus Blumen und Grablichtern.

Zum Gedenken an Dennis K. († 26) wurde der Tatort auf dem Lohbrügger Markt zum Meer aus Blumen und Grablichtern.

Foto: Ulf-Peter Busse

Staatsanwaltschaft ist sicher: Salman A. hat Dennis K. am frühen Abend des 27. Juni auf dem Lohbrügger Markt mit zwei Kugeln gezielt erschossen.

Lohbrügge. Fast auf den Tag genau vier Monate nach den tödlichen Schüssen auf dem Lohbrügger Markt muss sich der 29-jährige Salman A. nun von Dienstag an für die Tat vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Hamburg verantworten. Die Anklage lautet auf Mord und Verstoß gegen das Waffengesetz.

Aussprache über Drogenschulden eskaliert

Vermutlich ist an jenem 27. Juni eine verabredete Aussprache über Drogenschulden eskaliert. Gegen 19 Uhr hatten sich das spätere Opfer Dennis K. (26) und zwei Begleiter mit Salman A. vor dem Zaun des Kinderkulturhauses Kiku am Lohbrügger Markt getroffen. Es war ein lauer Sommerabend, ein Donnerstag, an dem zahlreiche Menschen auf dem Platz waren. Viele saßen vor dem kaum 50 Meter vom Tatort entfernten italienischen Restaurant „Casareccio“ in der Abendsonne.

Opfer versuchte zu fliehen

Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zog der Täter während der Aussprache unvermittelt eine Schusswaffe und gab zwei gezielte Schüsse auf Dennis K. ab. Der hatte sich im Angesicht der Schusswaffe noch abgewendet und zu fliehen versucht. Er wurde zweimal von hinten in den Oberkörper getroffen. Das Opfer erlitt schwerste Verletzungen und verstarb noch am Tatort.

Täter flüchtete in Shisha-Bar

Der Täter und die beiden Begleiter von Dennis K. ergriffen die Flucht. Die beiden Freunde des Opfers wurden kurz darauf von der Polizei, die den Lohbrügger Markt großflächig absperrte, in einer nahen Kneipe an der Lohbrügger Landstraße angetroffen. Salman A. blieb zunächst verschwunden. Wie jetzt bekannt ist, war er in eine Shisha-Bar an der Sanmannreihe geflohen und hatte sich dort länger aufgehalten.

Waffe zwei Jahre zuvor erworben

Er stellte sich aber noch am selben Abend der Polizei auf der Bergedorfer Wache am Ludwig-Rosenberg-Ring. Hier übergab er den Beamten auch die Tatwaffe, die er bereits zwei Jahre zuvor erworben hatte. Der 29-Jährige sitzt seither in Untersuchungshaft.

13 Verhandlungstage angesetzt

Für den Prozess vor der Großen Strafkammer, die wegen der Mordanklage als Schwurgericht zusammentritt, sind bis Mitte Februar 2020 zunächst 13 Verhandlungstage angesetzt.