"Schilfpark"

Statt Ampel nun Hinweisschilder am Curslacker Neuen Deich

Hier wird linksabbiegen zur Geduldsprobe und auch mal gefährlich: die Einmündung zur Straße Am Schleusengraben vom Curslacker Neuer Deich aus. 

Hier wird linksabbiegen zur Geduldsprobe und auch mal gefährlich: die Einmündung zur Straße Am Schleusengraben vom Curslacker Neuer Deich aus. 

Foto: Jan Schubert

An diesem Wochenende wird die komplizierte Stelle geringfügig entschärft. Behörden beschäftigen sich mit Installation einer Ampel.

Bergedorf. Die Gefahrenstelle an der Einmündung Curslacker Neuer Deich/Am Schleusengraben, wo das Neubaugebiet „Schilfpark“ immer mehr Bewohner bekommt, soll entschärft werden. Darauf haben sich Bezirksamt, Polizeikommisariat 43, Verkehrsdirektion und Wirtschaftsbehörde Ende Oktober verständigt. Eine Ampel wird vorerst indes nicht installiert. Stattdessen sollen drei Gefahrenschilder aufgestellt werden.

Das soll immerhin schon an diesem Wochenende geschehen. Die drei Schilder werden in einem Abstand von 15 bis 75 Meter vor der Einmündung am Curslacker Neuen Deich installiert. Gefahrenschilder müssen immer beidseitig aufgestellt werden, wobei an der Seite der Autobahnauffahrt platzbedingt nur ein Hinweis in Richtung Bergedorf stehen kann.

Mittelinsel wird gekürzt

Als zweite Maßnahme wird an der Einmündung die Mittelinsel auf dem Curslacker Neuen Deich um 1,50 Meter gekürzt. „Wir schaffen damit Platz, besonders für den Lkw-Verkehr. Es wurde festgestellt, dass mancher Autofahrer die Mittelinsel aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens aus dem Blick verliert“, sagt Axel Kleeberg, Chef der Bergedorfer Verkehrspolizei.

Unterdessen hat die Wirtschaftsbehörde den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) beauftragt, eine Ampel an der Stelle zu prüfen. Allerdings: Derzeit ist völlig offen, ob und wann eine Ampelanlage kommt. Verkehrsaufkommen, Linksabbieger aus dem „Schilfpark“, Sichtbarkeit und Unfallzahlen seien nur einige der Parameter, die der LSBG aktuell abfragt. Christian Füldner, Sprecher der Wirtschaftsbehörde: „Die Entscheidung für eine Lichtsignalanlage wird aufgrund der Verkehrsbelastung und/oder der Unfallsituation nach der Prüfung und gemeinsam mit der Verkehrsdirektion getroffen.“ Das letzte Wort hat die Innenbehörde, die dort eine Ampelanlage anordnen müsste.

Laut LSBG liegen für das Verkehrsaufkommen am Curslacker Neuen Deich nur veraltete Daten aus dem Jahr 2014 vor. Damals wurden dort werktäglich 26.000 Fahrzeuge, davon sechs Prozent Schwerlastverkehr, gezählt. Laut Füldner sei nicht damit zu rechnen, dass die Prüfung in diesem Jahr beendet werde.

Missmut in der Politik

In der Politik hinterlässt dies Missmut. Etwa bei Jörg Froh, Verkehrsexperte der Bergedorfer CDU: „Die Einmündung muss, das hatten wir in unserem Antrag im April 2019 gefordert, sofort mit einer Ampel und einer zusätzlichen Bushaltestelle ausgestattet werden. Daran halten wir fest.“ Dies sei vor dem Hintergrund, dass sich in dem Neubaugebiet neben Gewerbebetrieben in fast 400 Wohnungen Mieter ansiedeln werden, zwingend notwendig. Froh: „Die Hinweisschilder und der teilweise Rückbau der Verkehrsinsel werden keinen Unfall vermeiden.“

Zudem hegt Froh Zweifel daran, dass es in der Behörde nicht doch neuere Verkehrsdaten gibt. Am 13. September 2019 habe er mobile Kameras an den A 25-Anschlussstellen Nettelnburg, Allermöhe und eben auch Bergedorf fotografiert, die möglicherweise Verkehrsströme erfasst haben. Die CDU hat dazu ein Auskunftsersuchen zur nächsten Bezirksversammlung eingereicht. Die Hansestadt selbst veröffentlicht im Internet Zahlen auch für die Jahre 2015 bis 2017, die sich nicht wesentlich verändert haben.

Links abbiegen - und auf vieles achten

Zuletzt hatte es am 15. Oktober an der Einmündung einen schweren Autounfall mit zwei Verletzten gegeben. Immer wieder haben Autofahrer auch Probleme, von der Straße Am Schleusengraben nach links in den viel befahrenen Curslacker Neuen Deich abzubiegen. Immerhin müssen sie dabei den Verkehr auf vier Fahrspuren, einer Abbiegespur und einem in beide Richtungen befahrbaren Radweg im Auge behalten.

Das Wohn- und Gewerbegebiet „Schilfpark“ ist übrigens keineswegs plötzlich „vom Himmel gefallen“: Der Investor stellte seine Pläne Mitte 2015 öffentlich vor.